Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-838681
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Aegyptische 
Architektur. 
vermischten, oder dass jeder von ihnen ein anderes im 
Auge hatte. An die Sage vom Memnon knüpfte sich 
auch die Nachricht über die tönende Statue dieses Halb- 
Gottes, welche während der römischen Zeit viel bespro- 
chen und besucht wurde, und auch diese ist unzweifel- 
haft gefunden. 
Die erste Ruine auf diesem Nilufer ist ein kleineres 
Gebäude von ungewöhnlicher Form, zweistöckig, festungs- 
artig, aber in gutem ägyptischen Styl; die Franzosen 
haben es den Pavillon genannt. Nicht fern davon bei 
Medynet-Abu aber liegen die grandiosen Ruinen eines 
gewaltigen Grabmonumentes oder Palastes. Durch ein 
kolossales Pylonenthor tritt man in einen Säulenhof, dann in 
einen zweiten, von Säulen und Atlanten umgebenen. Eine 
weite Mauer umschloss die innern Räume, deren Einthei- 
lungen aber nicht mehr kenntlich sind. Höchst merkwür- 
dig ist das Bildwerk an diesen Wänden, weil es wiederum 
die Bilderchronik der Thaten eines gewaltigen Kriegs- 
helden liefert; Schlachten zu Lande in Kriegswagen und 
zur See in grossen Flotten, Züge von Gefangenen, Lö-i 
wenjagden und dergleichen. Champollion las hier den 
Namen des Ramses-Meiamoun, des Hauptes der neun- 
zehnten Dynastie, dessen Palast, nicht Grabmal, hier 
war. Das besiegte feindliche Volk ist hier unbärtig dar- 
gestellt, weshalb man auf Inder vermuthet. 
In einiger Entfernung von Medynet-Abu ist ein lieb- 
licher Akazienhain, in welchem der Boden weit umher 
mit Trümmem von Granit, Marmor und Sandstein so 
sehr bedeckt ist, dass sie hingereicht haben würden, die 
Fläche einer ganzen Capitale zu schmücken. Bedeutende 
Säulenüberreste, welche an einzelnen Stellen aufrecht 
geblieben sind, werden ohne" Zweifel einem grossen
        

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