Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-838504
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AegYPtische 
Architektur. 
am Strome entlang, wieder in einer Entfernung von etwa 
40 Meilen, iinden sich in der Nähe von Dongola bedeu- 
tende Ruinengruppen f), dann auf der Insel Arge im Nil 
zwei Kolosse von rosenrothem Granit, bei dem Orte 
Nouri, die Ueberreste von 7 Tempeln und 36 Pyramiden, 
bei Soleb die eines Tempels von sehr grossem [Tmfange 
mit Sculpturen und Hieroglyphen. Also auch hier viel- 
leicht eine Colonie von Meroe  
Die Blüthe von Meroe währte mindestens bis in die 
Zeit der Ptolemäer, wo ein König Ergamenes die Gewalt 
der Priester brach, und die Verfassung des Reiches aus 
einer hierarchischen in eine militärisch-monarchlsche 
verwandelte. Gewiss war dies ein Zeichen des begon- 
nenen und die Ursache des weitcrfortschreitenden Ver- 
falles. Später unter Kaiser Augustus wird eine andere 
Stadt, Napata, als der Sitz einer Königin von Nubien, 
Candace genannt. Merkwürdig ist es, dass in diese Ge- 
genden, wie wir aus den Inschriften, die dort aufgefunden 
Gelehrsamkeit seiner muhamedanischen Priesterschulen in Ansehen. 
Ebenso findet sich auf der Halbinsel der Mutterstadt Meroe, wenn 
auch nicht auf der Stelle dieser Stadt, sondern etwas nördlich, noch 
jetzt ein muhamedanischer Priesterstaat, bei Damer. Es ist nicht 
unwahrscheinlich, dass die Einwanderer die uralte Heiligkeit dieser 
Stellen bei den Eingebornen für den Islam benutzt haben.  
i) Ritter Tll. I. S. 598. 
M) Eine andere Colonie dieses Priesterstaates, Axum, lag entfernt 
vom Nilthale, südöstlich von Meroe, unfern der Ufer des rothen 
Meeres, wie die neuerlich entdeckten Trümmer beweisen. Auch 
hier war einst, aber wahrscheinlich erst in einer spätem Zeit, der 
Sitz einer in diesen entlegenen Gegenden weithin herrschenden Macht. 
Unter weitläufigen Ruinen haben die Reisenden namentlich mehrere 
Gruppen von Obelisken, einige von bedeutender Grösse und Schönheit 
gefunden, während eine griechische Inschrift aus dem vierten Jahr- 
hunderte unserer Zeitrechnung uns Namen und historische Daten 
eines anscheinend mächtigen Herrschers giebt, von dem die Ge- 
schichtschreiber schweigen. Ritter I. S. 192, 602.
        

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