Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-838427
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Aegypter. 
aus dem Innern von Afrika immer weiter gegen die 
Küste vorgeschritten zu sein. 
Die Griechen berichten von einem uralten Priester- 
staate Meroe, mehr im Innern Afrikas, wo der Cultus 
des Jupiter Ammon und des Osiris zuerst einheimisch 
gewesen. Von hier sei er nach Aegypten und zwar nach 
Theben, und _durch eine, gemeinsam von Meroe und 
Theben ausgehende Colonisation, zu dem, nachher so 
berühmten, Tempel des Jupiter Ammon in der libyschen 
Wüste gelangt. Die Wahrnehmungen der Reisenden, 
welche seit Wenigen Jahren in Aethiopien eingedrungen 
sind , haben dieser Nachricht wesentliche Bestätigung 
gebracht. Ebenso wie die Ufer des Nils diesseits der 
Katarakten von Syene mit grandiosen Tempelbauten be- 
deckt sind , finden sich oberhalb derselben in Nubien 
zahlreiche Monumente verwandten Styls und so fernerhin 
an verschiedenen Stellen bis zu der Gegend, deren Oert- 
lichkeit mit der Beschreibung übereinstimmt, die Herodot 
(zwar nicht nach eigener Ansicht aber doch nach ägyp- 
tischen Berichten) von Meroe giebt. Bildwerke und Bau- 
styl ergeben also, dass derselbe  Cultus auch in jenen 
Gegenden blühete, und wenn diese Thatsache sich eben 
sowohl durch eine Verpflanzung von Aegypten in das 
Innere des Landes wie umgekehrt erklären liesse, so 
giebt doch die alte Sage um somehr für die letzte An- 
nahme den Ausschlag, als die Aegypter, da sie sonst 
auf den Namen des ältesten Volkes Anspruch machten, 
ihren Ursprung nicht ohne Noth ausserhalb der Gränzen 
ihres Landes verlegt haben würden. m) 
 Champollion, in der seinem Reiseberichte angehängten, für 
den Vicekönig von Aegypten verfassten kurzen Ucbersicht der ägyp- 
tischen Geschichte, nimmt eine ursprüngliche Einwandgu-ung aus
        

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