Volltext: Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients (Bd. 1 = [1], Bd. 1)

Hieroglyphen. 
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architektonische Theile mit derselben Inschrift in viel- 
fältiger Wiederkehr bedecktii). 
Die griechischen Schriftsteller beschäftigen sich in 
ihren, freilich überall nur kurzen und fragmentarischeil 
Nachrichten viel mehr mit der symbolischen als mit der 
phonetischen Bedeutung der Hieroglyphen. Indessen 
stimmt doch die Angabe des einzigen Schriftstellers, der 
sich genauer auf das ganze graphische System einlässt 
(des Kirchenvaters Clemens von Aleziandrien) mit den 
Resultaten, die Champollion gefrmdeil, überein, und es 
ist begreiflich, dass jene Andern, die des Aegyptischen 
unkundig und höchstens auf ihren Reisen von den Priestern 
oberflächlich mit den Merkwürdigkeiten des Landes be- 
kannt gemacht waren, nur von dem Neuen und Auffal- 
lenden sprechen. Auch mag es wohl sein, dass die spätere 
Priesterschaft zur Zeit griechischer und römischer Herr- 
schaft mit dem Besitz von Geheimnissen prahlte und in 
die ursprünglich phonetischen Zeichen allegorische Ne- 
beubedeutungen hineinlegte. Daher kann es denn auch 
nicht befremden, wenn wir viele der Symbole, welche 
diese Griechen anführen, entweder gar nicht oder nicht 
mit der Bedeutung vorfinden , welche ihnen beigelegt 
wird, und wenn überhaupt das symbolische Element viel 
geringer als jene glaubten, erscheint ff). 
362. 
Präcis 
Champollion 
H) Auch in dem Werke eines ägyptischen Priesters Horapollon, 
welches uns in griechischer Uebersetzung unter dem Titel Hierogly- 
phica aufbehalten ist, werden viele Symbole aufgezählt, die unter 
den eigentlichen Hieroglyphen nicht aufzufinden sind. Champollioxi 
vermuthet, dass jenes unrichtig oder ungenau benannte Werk mehr 
beabsichtigt habe, mit der allegorischen Deutung wirklicher Tempel- 
bilder (Anaglyphen) als mit eigentlichen Hieroglyphen sich zu bo- 
Schäftigen (Precis S. 360.) Sollten nicht auch hier die Mystificationen 
späterer Priester Einiiuss gehabt haben? 
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