Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-838364
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Aegypter. 
nichts anders als solche Lobpreisungen und vVeiheforlneln 
in einem schwülstigen, orientalischen Curialstyl enthal- 
ten zu haben. 
die 
Es ist hiernach durchaus nicht Walnrscheinxlich, dass 
Priester aus dem Verständniss dieser Schreibart ein 
Geheimniss gemacht haben sollten; vielmehr Würde dies 
mit der Bestimmung und mit dem Inhalte der Schriften in 
Widerspruch gestanden habenii). Nur soviel ist nach 
den Nachrichten der Griechen und nach der Natur der 
Sache anzunehmen, dass der Unterricht mit der demoti- 
schen, als der einfachsten und zugleich für das bürger- 
liche Leben nothwvendigsteil Schrift anfing und dass der 
der hieratischeil und hieroglyphischen für höhere Studien 
vorbehalten blieb. In der hieratischen Schrift wurden 
dann die Bücher und Urkunden, welche einen höhern 
WVerth erhalten sollten, von priesterlichen Schreibern ge- 
fertigt, wie man auch im Mittelalter die Manuscripte in 
den Klöstern in sorgfältigerer und mühsamerer Schrift auf- 
setzte als die gewöhnlichen Urkunden und Privilegien. 
Die Hieroglyphen blieben endlich für einen noch grössern 
kirchlichen Luxus vorbehalten. Die Pietät der Verwand- 
ten glaubte den Todten dadurch zu ehren, dass die ihm 
mitgegebenen Gebete in so kostbaren Schriftzügen gemalt 
Wurden. Die eigentliche Bestimmung der Hieroglyphen 
aber blieben die öffentlichen Monumente, wo die Mank 
nigfaltigkeit und der Reichthum dieser Bilder zugleich 
zur feierlichen Zierde diente und die Leerheit des Inhalts 
bedeckte. Wie es der orientalischen Devotion eigen ist, 
die Formen knechtischer Verehrung geduldig zu wieder- 
holen, so eigneten sich besonders diese bildlichen In- 
schriften (lazu, und wir finden ganze Friese und andere 
A") Präcis 
356.
        

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