Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-838241
310 
Aegypter. 
Thieren ihre Jungen zu lieben, und dass sie als Zeichen 
der Kindschaft gebraucht wurde. S0 ist der Buchstabe 
L in königlichen Namen gewöhnlich durch den Löwen 
bezeichnet, während er sonst auch auf andere Weise 
geschrieben wird. In dem Namen des Kaisers Tiberius 
an dem Tempel zu Esne ist das B durch den Widder 
bezeichnet, weil dieses 'l'hier dem Gotte des Tempels, 
dem Chnubis, heilig war, in Dendera tritt ein anderes 
Zeichen in demselben Namen an dessen Stelle. Uebrigens 
fand keine unbedingte Freiheit der Wahl der phonetischen 
Zeichen Statt, vielmehr hatte der Gebrauch nur gewisse 
Bilder dazu bestimmt, die daher oft wiederkehren. 
Es ist zu bemerken, dass die Zeichen, welche bild- 
lich oder sinnbildlich für Begriffe gebraucht wurden, 
nicht auch als phonetische Ilieroglyphen dienten, so dass 
Wenigstens im Wesentlichen die Bedeutung jeder Hiero- 
glyphe unzweideutig war. Champollion hat die Zahl 
sämmtlicher von ihm gefundenen Hieroglyphen sowohl 
der phonetischen als der biid- und sinnbildlichen auf 860, 
und wie er bemerkt eher zu gross als zu klein berech- 
net, indem davon noch manche Zeichen kleiner Abwei- 
chungen ungeachtet identisch sein möchten. Man sieht, 
es handelt sich um ein zwar ausgedehntes, aber immerhin 
durch das Gedächtniss wohl zu erlcrnendes Schriftsystcm. 
Nicht alle phonetischen IPIieroglyphen sind Bilder natür- 
licher Gegenstände, sondern eine ganze Zahl besteht in 
willkürlichen geometrischen Figuren, wie Quadrat, Oval, 
I-Ialboval, gebrochene, gebogene oder gerade, doppelte 
und einfache Linie. Namentlich werden grammatische 
Formen, Artikel, Pronomina, Präpositionen, Geschlecht 
und Zeit (im Aegyptischcn meist Anhängesilbeil) durch 
solche Zeichen ausgedrückt.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.