Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-838231
Ilicroglyphenl. 
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und eine Schale bezeichnet. Wirkliche Allegorien zur 
Darstellung von Begriffen sind bisher unter eigentlichen 
Hieroglyphen äusserst wenige gefunden. Die Biene be- 
zeichnet das arbeitsame , dem König gehorsame Volk 
Aegyptens, der s. g. Nilschlüssel, ein mystisches Instru- 
ment der Eingeweihten, das höhere Leben der Unsterb- 
lichkeit, der Vordertheil eines Löwen die Stärke; der 
Geier soll die Mütterliehkeit bezeichnen, weil dieser 
Vogel, nach der Sage der Aegypter nur weibliche Jun- 
gen hatte. 
Bei Weitem die Mehrzahl der Irlieroglyphen sind 
aber phonetisch, sie haben nicht die Bedeutung eines 
Begrilles, sondern nur die eines Lautes und zwar stets 
des Anfangsbuchstabens des Wortes womit der Gegen- 
stand benannt wird. Wollten wir z; B. im Deutschen 
das Wort Gut mit phonetischen Hieroglyphen schreiben, 
so würden etwa die Zeichen einer Gans, einer Uhr und 
eines Trichters dazu dienen. Es leuchtet ein, dass sich 
auf diese Weise jedes Wort durch höchst verschiedene 
Zeichen geben lässt, und wirklich finden sich unter den 
Hieroplyphen für jeden Buchstaben mehrere; zum 'l'l1eil 
sehr viele Zeichen in Gebrauch. Für den Buchstaben S 
hat Champollion nicht weniger als 24 Zeichen entdeckt. 
Diese gleichlautenden Zeichen (hieroglyphes homophones 
bei CIIZIHlPOlIiOII) wechseln oft ganz willkürlich, manch- 
mal abcr auch mit einer symbolischen Nebenbeziehung. 
So wird in dem Worte Sohn der Buchstabe S entweder 
durch eine eiförmige Gestalt oder durch das Bild einer 
Gans ausgedrückt; beides wahrscheinlich nicht ohne An- 
spielung. Die Beziehung des Eies auf die Geburt liegt 
nahe, und aus griechischen Berichten wissen wir, dass 
dig ägyptische Gang in dem Rufe stand, VOP anderen
        

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