Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-838141
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Aegypter. 
Krankheit zu heilen. Es gab für Augen und Zähne, für 
Haupt und Unterleib besondere Aerzte, die sich überdies 
bei der Behandlung der Kranken nach den Vorschriften 
der heiligen Bücher richten mussten. Thaten sie dies 
nicht, so waren sie für den Ausgang verantwortlich. Die 
Sitten waren im Ganzen rein. Das Alter wurde geehrt, 
Verletzung der ehelichen Treue strenge geahndet. Die 
Frauen genossen Vertrauen, nicht bloss die WVirthschaft, 
sondern auch der Handel. blieb ihnen überlassen. Aber 
die königliche Gewalt ging nur auf die Söhne über, und 
nur Männer konnten als Priester den Altären nahen. ln 
Mässigung und Reinlichkeit dienten die Priester den an- 
dern Ständen zum Vorbilde, und die Vorzüge, welche 
sie genossen, waren mit manchen Beschränkungen ver- 
bunden. S0 war den Andern Vielweiberei gestattet, aber 
die priesterliche Ehe war eine monogamisehe. Ihre Diät 
war auf das strengste geregelt, vielerlei Speise ihnen 
verboten. 
Die Wissenschaften waren ausschliessliches Eigen- 
thum der Priester, deren Söhne in besondern Schulen 
unterrichtet wurden. Vor Allem wurde hier Arithmetik 
"und Geometrie getrieben , demnächst die Sternkunde, 
welche durch die Beobachtung vieler Jahrhunderte fest- 
gestellt war. Besonders in dieser Wissenschaft ehrten 
die Griechen die Aegypter als Lehrmeister. Sie schrieben 
ihnen sogar die Erfindung des Jahres zu, und hielten die 
deshalb berühmten Chaldäer nur für die Schüler der 
Aegypter in der Astronomie. 
Von einer freien Philosophie finden wir keine Spuren. 
wohl aber War eine Neigung zu ernsten Betrachtungen 
vorherrschend. Eine grosse Bedeutung hatte die Rücksicht 
auf die Fortdauer nach dem Tode. Nach Herodot (II, 123.)
        

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