Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-838092
Land 
und 
Volk. 
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die Fluthen zu sichern, die Eintheilung der Felder, wenn 
das Wasser sie zerstört hatte, durch Messkunst wieder 
herzustellen, leitete zu andern Beobachtimgen. Astrono- 
mische und geometrische Kenntnisse waren daher hier 
bald einheimiseh. In der Urzeit der Völker hat eine sol- 
che wohlthätige Weisheit stets ein religiöses Gepräge; 
hier in noch höher-m Grade. Andere Länder empfangen 
die Geschenke der Natur aus vielen Händen, alle Ele- 
mente wirken gleichmässig mit, der Mensch wird auf 
keines von ihnen als den Urquell der andern hingewiesen, 
er weiss nicht, welches er verehren soll, seine Phantasie 
muss höher hinauf oder tiefer hinabsteigeil, um die Götter 
zu suchen. Hier war nur der Strom der Gewährende; 
ringsumher Wüste, wo der Strom hinkommt, Fruchtbar- 
keit und Reichthum. Die Regelmässigkeit seines Steigens 
erschien wie das Werk eines höhern Willens. Dies ein- 
fache Wunder musste schlagend wirken, die Menschen 
auf die höhere Ursache frühzeitig aufmerksam machen; 
der Strom und die Gestirne, welche sein Steigen vorher 
verkünden und begleiten, erschienen göttlicher Ordnung, 
das Studium ihres Zusammenhanges war von der Frage 
nach den Göttern untrennbar. 
Sitten, 
Verfassung. 
Manche Charakterzüge, die wir an den alten Aegyp- 
tern wahrnehmen, hängen unmittelbar mit dieser Natur 
des Landes zusammen. Die Regelmässigkeit des Stromes 
Lheilte sich allen Geschäften mit; richtiges Maass und 
richtige Zeit waren überall eribrderlieli, um die Vortheile, 
die sich darboten, zu gemessen. Ein gemessenes, feier- 
liches WVesen ging daraus hervor. Die Sehutzwehr gegen
        

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