Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-838063
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Aegypter. 
historischen Verbindung , in unserer Urgeschichte der 
Völker in ähnlichem Lichte wie Indien. Beide Länder 
durch Wunder der Natur und der Kunst, durch den Ruf 
tiefer Weisheit und ältester Cultur, durch priesterliche 
Traditionen berühmt, beide von einem geheimnissvollen 
Dunkel umhüllt. Der Entfernung ungeachtet ist uns Indiens 
Alterthum vielleicht zugänglicher als Aegypterls. Dort 
leben wenigstens noch die Nachkommen der alten Brah- 
manen, und wenn der Zustand, in Welchem wir sie 
finden, nur ein mattes Abbild ihrer frühem Blüthe zeigt, 
so sind zahlreiche Schriften, Dichtungen, Gesetze, Lehr- 
bücher auf uns gekommen. Das Wort dringt in Rede und 
Schrift zu uns durch. Das ägyptische Volkaber ist ver- 
tilgt, kein Lebender redet zu uns in seiner ursprünglichen 
Sprache, kein Buch überliefert uns seine Lehren. 
Da. stehen denn die Monumente des Nilthales, Tem- 
pel und Paläste mit ihren zahllosen Bildwerken in stummer 
Einsamkeit. Ihre Pracht spricht zu uns, wie ein Gedicht 
ohne Worte, von der Frömmigkeit und Weisheit, von 
den zartesten Gefühlen ihrer Erbauer; und wir können 
sagen, sie" spricht nicht unverständlich, es tritt uns ein 
lebendiges Bild des Volkes entgegen, im Ganzen wenig- 
stens, wenn auch im Einzelnen noch Vieles dunkel bleibt. 
Bevor wir zur Betrachtung der Monumente über" 
gehen, müssen wir einen Blick auf die Natur des Landes 
und auf den Gang der Geschichte des Volkes, soweit 
uns dieselbe bekannt ist, werfen. 
Höchst eigenthümlich, wunderbar und räthselhaft ist 
die natürliche Beschaffenheit des N ilthals. Das nörd: 
liche Africa bietet meistens unfruchtbare Gegenden, 
weite Sandwüstexl oder dürre Höhen, von der glühenden 
Sonne des wolkenlosen Himmels verbrannt, von keinem
        

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