Volltext: Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients (Bd. 1 = [1], Bd. 1)

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Juden 
der 
verwendeten Metalle 
heraus zu heben. 
Allein er führt 
die Vergoldung des Innern und zwar mit genauer Au- 
gabe der dazu verwendeten Talente Goldes im Zusam- 
menhange des Tempelbaues an, und hätte also eben so 
die Säulen dort nennen können, wenn er sie nicht als 
freistehende Verzierungen des Hofes und eben so wie 
das eheme Meer und andere Geräthschaften als erst 
später hinzugekommen , bezeichnen wollte. Auch eine 
gewisse aesthetische oder architektonische Consequenz 
spricht gegen die Anwendung der Säulen als Träger. Da 
alles Holzwerk, selbst das der Thürpfosten, durch die Ver- 
goldung wohl bekleidet, aber nicht unkenntlich gemacht 
War, mussten diese ehernen Säulen am Gebäude selbst, 
besonders da übrigens keine Säulen zur Stütze des Ge- 
bälkcs angebracht waren, fremdartig erscheinen. Ist meine 
Vermuthung, dass die Ketten mit den Granatäpfehl um 
den Tempel herum liefen, gegründet, so lässt sich damit 
ebenfalls die Stellung der Säulen im Innern der Vorhalle 
nicht wohl vereinigen. Jedenfalls endlich spricht die Be- 
nennung mit eignen Namen für eine freie Stellung. Stieg- 
litz, der sich ebenfalls gegen jene von Meyer aufgestellte, 
von Grüneisen unterstützte Annahme, dass die Säulen 
innerhalb der Vorhalle gestanden, entscheidet, führt dafür 
einen sonderbaren Grund an, indem er sagt, dass wenn 
auch der Philolog Meyers Meinung gelten lassen wollte, 
der Architekt ihr nicht beipflichten könne. Denn „nur 
„durch eine freie Aufstellung erhalten die Säulen das 
"Feierliche und die bedeutungsvolle Würde, welche der 
„Zweck der Aufstellung der Säulen ist." Versteht man 
diesen Satz wörtlich, so möchten die Architekten sehr 
dagegen protestiren, denn vielmehr ist die freie Aufstel- 
lung der Säule, da sie nur als Träger des Gebälks Be-
	        
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