Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-837941
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Juden 
gesetzt ist) bald gelitten haben-würde. Wenigstens das 
Haupthaus muss daher Wohl ein schräges Dach mit; einem 
hölzernen Dachstuhl gehabt haben. Wie aber an dasselbe 
die Dächer der niedrigem Seitegebäude sich anschlossen, 
ob schräg nach der Weise der Seitenschiffe christlicher 
Kirchen oder ob als flache, terrassenartige Dächer, bleibt 
freilich ganz ungewiss. 
 Der Versuch, die Form der S äulen und beson- 
ders die ihrer Kapitäle herzustellen, ist bei der Undeut- 
lichkeit der Beschreibung ein völlig fruchtloser. Völlig 
undenkbar ist aber, dass die sieben Kettengewinde und 
zweihundert Granatapfel sich an jedem Knauf befanden, 
obgleich man dies bisher allgemein angenommen hat. 
Es liesse sich gar nicht erklären, Wozu die genaue Zäh- 
lung so kleiner Verzierungen, wie diese Granatapfel dann 
nothwendig sein mussten, gedient hätte. Viel wahrschein- 
licher ist, was auch eine Stelle (II. Chron. 3, iöJandeu- 
tet, dass jene siebenfaehe Kette nur von den Kapitälen 
ausging, dann aber an den Wänden des ganzen Hauses 
herum lief. Die Granatäpfel werden mithin als grössere 
Zierrathe oder als Schmuck der haltenden Nägel ange- 
bracht gewesen sein. Aus der unheilbaren Corruption der 
Beschreibung lässt sich dies freilich nur errathen nicht 
erweisen, und die bestimmte Gestalt der Kapitale gar 
nicht ermitteln. Jedenfalls werden sie aber ebenfalls mit 
Metallschmuck überladen gewesen sein. Was den Ort 
der Aufstellung der Säulen betrifft, so scheint mir die 
Anordnung der Beschreibungen, besonders der ausführ- 
lichsten im Buche der Könige, entscheidend für die freie 
Stellung. Wenn man nämlich die Stelle im Zusammen- 
hange liesst, so kann man nicht zweifeln, dass sie, ähn- 
lich wie die Homerischen Beschreibungen, eine chronolo-
        

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