Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-837923
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Juden. 
da es ganz im Charakter der Juden lag, die Anlage mög- 
lichst gross zu machen und die Ausschmückung von 
weitern Beiträgen und von der Frömmigkeit künftiger 
Geschlechter zu erwarten. Immerhin ist also die Sache 
dunkel und es mag, wenn man nicht gar eine Verfal- 
schung der Schriften durch Herodes und die seinen Bau- 
planen l1uldigenden Priester argwöhnen will  eine Ver- 
änderung des Maasses oder eine Entstehung der Abschrei- 
ber jener Behauptung des Herodes zum Anhalt gedient 
haben. 
Das Irrige dieser grössern Höhenmaasse erhellt aber 
schon aus einer andern Stelle desselben Josephus. Wäh- 
rend der Verfolgung der Juden durch Antiochus, König 
von Syrien, war nämlich ein Hohepriester Namens Onias 
mit einer jüdischen Colonie nach Aegypten geflohen, hier 
von dem Könige Ptolemaeus aus Hass gegen Antiochus 
freundlich aufgenommen, und ilnnverstattet, im Bezirk 
von Heliopolis einen eigenen Tempel zu bauen, welcher 
erst zu Josephus Zeit in Folge der jüdischen Empörung 
unter Vespasian geschlossen wurde. Von diesem Tempel 
sagt er nun "Ü, dass er nicht dem von Jerusalem, sondern 
vielmehr einem Thurme geglichen und aus ungeheuern 
Quadern bis zu einer Höhe von 60 Ellen sich erhoben 
habe. Man sieht, der Geschichtschreibei- folgt hier einer 
andern alten Nachricht und vergisst dabei, was er bei 
der Beschreibung des Salomonischen Tempels und in der 
Rede des Herodes gesagt hatte. Jene alte Nachricht 
vergleicht nun zwar den Tempel des Onias nicht mit 
dem Salomonischen , sondern mit dem des Serubabel; 
indem sie aber zeigt, dass dieser viel kleiner war als 
60 Ellen, so viel, dass diese Höhe dagegen thurmartig 
Jiid. 
KRU-
        

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