Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-837911
Der 
Salomonische 
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Glaubwürdigkeit ist aber bei diesem gleichzeitigen Um- 
stande nicht zu bezweifeln. I-Iiezu kommt noch ein andrer 
Umstand. Der Tempel des Serubabel sollte nach dem 
Buche Esra (6, V. 3.) eine Höhe von 60 Ellen erhalten. 
War er nun (wie man gewöhnlich annimmt) kleiner als 
der Salomonische, so ist die Höhenangabe von 30 Ellen 
für diesen nicht richtig, und eslstellt sich eine auffallende 
Uebereinstimmung zwischen jener Angabe der Chronik 
und der Versicherung des Herodes her. Indessen stützt 
sich die Annahme der geringeren Grösse des zweiten 
Tempels auch wieder nur auf Josephusk). Die biblischen 
Stellen, Welche man dafür anführtäiii) haben nicht notla- 
wendig diesen Sinn. Denn wenn der Prophet Haggai 
 3.) spricht: „Wer hat dies Haus gesehen in seiner 
ersten Herrlichkeit? Und wie seht ihr es nun, es ist wie 
nichts in euren Augen!" so bezieht sich dies auf die 
Trümmer, vor der Herstellung durch die aus dem Exil 
zurückkehrenden Juden. Und wenn ferner (nach Esra III. i?) 
bei der Legung des Grundsteins zu dem zweiten Tempel 
viele der Leviten und Stammhäupter, die den ersten 
Tempel gesehen, mit lauter Stimme weineten, so ist das 
eine natürliche Aeusserung der Rührung, welche sich 
aus den Verhältnissen des jüdischen Volkes leicht erklärt, 
ohne auf eine kleinere Gestalt des neuen Tempels hin- 
zuweisen. Vielmehr wird (Esra 17,3.) auch die Breite 
des Tempels auf 60 Ellen, also dreifach so gross, wie 
die des Salomonischen angegeben, und wenn sonst der_ 
Tempel des Serubabel weniger prachtvoll, das kostbare 
Geräth weniger vollständig war, so kann man daraus 
noch nicht auf die Verhältnisse des Gebäudes schliessen, 
Alterth. 
Kap. 
de 
Wette 
Archäologie
        

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