Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-837903
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Juden. 
kannte, und das überdies bei der geringen Tiefe von 
10 und. Breite von 20 Ellen, sich wunderlich genug aus- 
nehmen müsste. Man wird daher entweder der Annahme 
von Hirt und Meyer beipilichten, oder die verdorbene 
Stelle der Chronik ganz unbeachtet lassen und eine dem 
übrigen 'l'empelgebäude entsprechende Höhe von 30 Ellen 
annehmen müssen. Merkwürdig genug ist es indessen, 
dass jene unrichtige Höhenangabe der Chronik durch 
andere Nachrichten einigermassen unterstützt wird. Dass 
Josephus in seiner Beschreibung des Salomonischen Tem- 
pels ebenfalls eine Höhe von 120 Ellen heraus bringt, 
indem zwar das Hauptgebäude nur 60 Ellen betragen 
habe , darauf aber ein zweites Gebäude von derselben 
Höhe errichtet gewesen sei, würde wenig Bedenken er- 
regen, da er dem schon damals verdorbenen Texte der 
Chronik gefolgt und denselben in seiner Weise erklärt 
haben mag. Allein in einer andern Stelle seines Werkes 
erhalten wir dafür noch einen anderen Gewährsmann. 
Herodes nämlich, als er den Neubau des Tempels beab- 
sichtigt, und das Widerstreben der Juden gegen dieses 
Unternehmen wahrnimmt, stellt ihnen vor xi) , es fehle 
dem damaligen Tempel (des Serubabel) an der Höhe ein 
Stück von 60 Ellen, denn um so viel habe der ursprüng- 
liche Salomonische Tempel denselben überragt. Das Ar- 
gument fand auch wirklich Eingang; es musste also jene 
Angabe der Chronik damals allgemein geglaubt sein. 
Dass Herodes selbst sein neues, in jeder Beziehung 
grösser angelegtes Gebäude dennoch nicht auf die Höhe 
von 120 Ellen, sondern nur von 100 Ellen brachte, steht 
dem nicht entgegen. Diese Aeusserung des llßrßdßS ken- 
nen wir zwar Wiederum nur durch Josephus , dessen 
Josepbus 
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Alterth.
        

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