Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-837892
Der 
Salonlonisclne 
Tempel. 
275 
kein Gewicht legte. Es scheint daher jedenfalls zu ge- 
wagt , wegen dieser Aehnlichkeit mit der Stiftshütte, 
von der ausdrücklichen und scheinbar unzweifelhaften 
Angabe der Schrift abzuweichen. 
Noch viel bestrittener ist die Höhenbestimmung der 
Vorhalle. Das Buch der Könige enthält nämlich gar keine 
Angabe darüber, die Chronik dagegen giebt das ganz 
unglaubliche Maass von 120 Ellen. Alle Ausleger sind 
einverstanden, eine Entstellung des Textes zu vermuthen. 
Hirt schliesst aus Wahrscheinlichkeitsgründen, dass die 
Zahl 20 die richtige sei, Meyer unterstützt dieselbe Ver- 
muthung, namentlich auch durch die Lesart eines ein- 
zelnen abweichenden Codex. Stieglitz dagegen i) benutzt 
jene Zahl, um nach dem von ihm beliebten Vorbilde des 
agyptischen Tempels einen hohen pylonenartigen Bau 
heraus zu bringen. Zwar erscheint auch ihm die Höhe 
von 120 Ellen unglaublich, allein er muthniasst, ebenfalls 
nach der Aehnlichkeit mit den Pylonen, dass die Halle 
ein Thurm mit doppelter Spitze gewesen und der Chro- 
nikenschreiber beide Thurmgebäude zusammen gerechnet, 
so dass also die Höhe eines jeden 60 Ellen erreicht habe. 
Es leuchtet ein, wie gezwungen und miwahrscheinlich 
diese Auslegung ist, da ein Sprachgebrauch, wie der 
vorausgesetzte , gar keinen vernünftigen Grund haben 
würde. Allein auch davon abgesehen erhält das Gebäude 
nach Stieglitz Construction eine ganz abenteuerliche und 
selbst von den ägyptischen Pylonen abweichende Form. 
Diese haben gewöhnlich nur eine ungefähr ihrer halben 
Breite gleichkommende Höhe; hier dagegen Würde eine 
dreifach grosse Höhe entstehen, ein thurmartiges, zuge- 
Spitztes Gebäude, wie es das Alterthum überall nicht. 
Beii rägo 
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