Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-837813
Der 
Salomonische 
Tempel. 
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letzten also nur eine Fortsetzung von der des ersten 
war) nicht von anderer Beschaffenheit als die der Vor- 
halle, und diese wurde nur, sei es als Theil für das 
Ganze, sei es um deshalb genannt, weil an dieser Halle 
das Mauerwerk sichtbarer, weniger bekleidet war, als 
an den andern Theilen des Tempelhauses. Auch der 
'l'en1pel des Serubabel war aus drei Lagen Quadersteinen 
und einer Lage Holz erbaut (Esra Kap.6. Vers 3, 4.) Hiezu 
kommt denn, dass noch heute in vielen Gegenden des 
Orients und Griechenlands der Gebrauch herrscht, Lagen 
von Steinen mit Holzbalken zu verbinden, indem man 
dadurch sich gegen die Wirkungen der Erdbeben ge- 
sicherter hält. Diese Sitte, welche in den Prachtbauten 
später durch den griechischen Styl verdrängt wurde, 
rührt ohne Zweifel, wie die Besorgniss welche ihr zum 
Grunde liegt, aus alter Zeit her und man kann daher 
wohl annehmen, dass sie auch zu Salomons Zeiten die 
gewöhnliche gewesen, dass seine Prachtbauten sich nur 
etwa durch vermehrte Anwendung des Steines auszeich-v 
neten und deshalb die dreifache Steinlage besondere Er- 
wähnung erhielt. Bei dem Vorherrschen des Holzes, da 
sogar die Thürpfosten aus diesem Material bestanden, 
kann man schwerlich glauben, dass die Mauer im Ganzen 
aus Steinen bestanden habe. 
Vielleicht hängen mit dieser Mauerform aus „drei 
Reihen Steinen und einer Reihe Balken" manche Eigen- 
t-hiimlichkeiten des Gebäudes, die ausserdem schwer zu 
erklären sind, zusammen. Die Verbindung von Holz und 
Stein konnte dem Auge nicht wohlgefällig sein, zumal 
da wahrscheinlich die Steinquadern grössere Breite als 
die l-lolzbalken hatten, und wenn man mehrere Holz- 
balken neben einander legte, damit sie die Dicke der
        

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