Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-837764
262 
Juden. 
sein. 
Da 
stellt 
sich 
zunächst 
die 
Wohlthat 
des 
Schutzes 
gegen Wind und Regen, dann die Wohlthat der Kühlung 
bei der Hitze und Dürre dar. Man sieht, wie leicht sich 
die geistige Auffassung der Welt, der Einheit des höchsten 
Gottes mit einer sehr sinnlichen Denkungsweise verbin- 
det. Ohne Sinnlichkeit ist keine Kunst, kein Menschen- 
leben überhaupt, aber die edlere Sinnlichkeit erfreut sich 
an der Erscheinung des Dinges, während die niedrigere 
Vortheil und Genuss berechnet. Eine solche Gesinnung 
verband sich aber leicht mit dieser, sonst so reinen Re- 
ligion, weil die Macht des Herrn und die Furcht vor 
sinnlichen Strafen die bedeutendsten Beweggründe waren. 
In jeder Beziehung war daher bei einem solchen Volke 
kein Boden für die bildende Kunst. Der Spiritualismils 
benahm das Interesse an der äussern Gestalt, das be- 
wegte besorgte Gemüth konnte nicht dazu gelangen sie 
auszubilden. 
Ruhiges Verhältniss, Gleichmaass, Symmetrie und 
Form waren hier gleichgültig; Bewegung, Rhythmus, 
Gegensatz und Zweck. herrschten und liessen jene nicht 
aufkommen. Es zeigt sich der Gegensatz der bewegten 
Künste, Poesie und Musik, gegen die ruhigen. Für jene 
war eine Fülle der Anlagen, für diese lllangel. 
Man sieht hieraus ferner, wie die rechtgläubigen Ju- 
den und die Moloehsdiener Phöniciens in Beziehung auf 
unsere Kunst ziemlich gleiche Richtung haben konnten. 
Der praktische Sinn des Handelsvolkes mit seinem Eigen- 
nutz und seiner Ueppigkeit, blieb eben so wenig bei der 
ruhigen Form stehen, sondern forderte Brauchbarkeit, 
Nutzen, Bewegung. Selbst die Religionen beider Völker, 
so himmelweit die reine Lehre Äehovas von den scheuss- 
liehen 
Opfern 
der 
Baalspriester 
entfernt 
ist: 
sind 
nicht
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.