Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-837667
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Phönicier 
und Juden. 
dir kein Bildniss machen, weder dessen das Oben im 
Himmel, noch dessen, das unten auf Erden, oder dessen, 
das im Wasser unter der Erde ist h). 
Allein, dies Verbot, so wie die ähnlichen wiederholt 
und ausführlicher vorkommenden, sind nicht so ivörtlich 
gemeint, dass jedes Bild verboten war, sondern sie be- 
ziehen sich nur auf die Anbetung der Bilder. „Du sollst 
keine andere Götter haben ausser mir," geht jenem Ver- 
bote des Bildwerks voraus; „du sollst sie nicht anbeten 
noch ihnen dienen," folgt hinterher. An der Bundeslade 
selbst waren die Cherubim, wahrscheinlich menschliche 
Gestalten, das Antlitz jedes von beiden gegen den an- 
dern gekehrtiiii). Auch gab es Bildner unter den Juden, 
denn sonst hätten sie nicht in der Wüste sogleich das 
goldene Kalb erhalten können. Später mochte die Gefahr 
des Götzendienstes und die Erfahrung vielfältiger Ab- 
trünnigkeit den Verdacht und Hass gegen alles Bildwerk 
steigern. Immerhin aber ging das nicht soweit, um es 
ganz auszuschliessen, denn namentlich wurden jene Che- 
rubimgestalten neben der Bundeslade auch beim Salomo- 
nischen Bau wiederhohlt, und zwar der Beschreibung 
nach als freistehende, kolossale Statuen. Auch an den 
iVändeil des Tempels wraren in den Verzierungen diese 
Cherubs in grosser Menge wiederholt. Es hätte daher, 
wenn bloss die religiöse Rücksicht, die Auffassung Got- 
tes, als eines geistigen Wesens entgegen stand, hier 
eben so wie bei den Persern, die ja auch kein Bildniss 
Gottes duldeten, eine weltliche Plastik entstehen können. 
Dass dies nicht geschah, ging aus einem mehr innerlichen 
Zuge im Charakter des jüdischen Volkes hervor. Ihre 
Mus. 
Mus. 
Mos-
        

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