Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-837650
Plastik. 
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Sie wurden häufig als menschliche Gestalten mit einem 
Fischrumpf gebildet; so jener Dagon der Philister, von 
dem die jüdischen Schriften sprechen (Sam. C. 4.) und 
eine Göttin, von der die Griechen erzählen ü). Die andern 
Gottheiten scheinen meist mit Thierköpfen versehen ge- 
wesen zu sein. Ihr Jupiter, Baal oder Moloch, wurde in 
gebückter Stellung abgebildet, mit einem Kalbskopfe, 
dessen Stirn ein glänzender Stein schmückte. Seine 
Bildsäulen waren von Metall, hohl, und Wurden durch 
einen angebrachten Ofen glühend gemachtw), um so das 
sinnliche Volk durch ihren schauerlichen Anblick zu 
schrecken. Auf ihre vorgestreckteir Hände wurden die 
Kinder gelegt, damit sie von da in den Feuerschlund 
hinab stürzten. Nicht bloss die jüdischen Geschichten 
erzählen von diesen und andern scheusslichen Opfern äiaäi), 
sondern auch die Römer berichten noch von frühem Men- 
schenopfern der Carthager. Bei einem solchen Cultus des 
Schreckens ist nicht daran zu denken, dass die feinem 
Regungen des Kunstsinnes empfunden wurden. Wie die 
Beschreibung ihrer Götterbilder im Allgemeinen unschöne 
Formen ergiebt, so können wir auch schliessen, dass die 
Ausführung nur darauf abgesehen war, Grauen zu er- 
wecken. Ungeachtet aller Geschicklichkeit, und aller 
mechanischen Vortheile der Fabrikation kann also bei 
diesen Völkern keine schöne bildende Kunst geblüht haben. 
Bei den Juden stand etwas Anderes entgegen, die 
Religion bedingte in gewissem Grade einen Bilderhass. 
Du sollst, spricht der Herr auf dem Berge Sinai, du sollst 
 Creuzcr Symb. ll. 65. 1T. 
w) Creuzer Synlb. Il. 269. 80'. 
"Ü 2. Non. 21,6. Ps. 106, 37. Jos. 
20, 2. 5. Mos. 18, 10. 
121,21.
        

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