Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-837623
248 
Juden. 
Dieser Gebrauch der Bekleidung und Uebergoldimg 
ist sehr charakteristisch. Der eigentlich architektonische 
Sinn will die Construction selbst, die Glieder des Ge- 
bäudes, die feinen Relationen ihrer einzelnen Theile sehen; 
er liebt den Schmuck wohl als eine Entfaltung und Er- 
klärung dieser einzelnen 'l'heile, nicht aber als einen 
fremdartigen Prunk welcher den eigentlichen Bau verhüllt 
und über denselben in Ungewissheit lässt. Hier aber sehen 
wir Goldglanz und ehernen Schmuck, der blendend und 
prahlcnd die Wände und Glieder des Baues, wie die 
sclnvere 'l'raeht des Barbaren die schönen Verhältnisse 
des Körpers, verbirgt. 
Man hat vermuthet, dass Juden und PllÖl]lOl0l' ägyp- 
tische Formen in ihre Architektur aufgenommen hätten i). 
Allein diese Vermuthung hat nicht einmal einen über- 
zeugenden historischen Grund für sich. Bei der Abge- 
schlossenheit des alten Aegyptens war der Nähe unge- 
achtet der Völkerverkehr nicht bedeutend. Noch weniger 
kann der frühere Aufenthalt der Juden in Aegypten darauf 
eingewirkt haben. Ihre ärmliche Lage gab ihnen keine 
Gelegenheit zur Nachahmung ägyptischer Tempelbauten, 
und wenn ihnen ja unbewusst eine Reminiscenz anfangs 
geblieben wäre, so müsste sie sich während des langen 
Hirtenlebens verloren haben. Sprächen aber auch die 
äussern historischen Beziehungen melu dafür, so geben 
die bestimmten Nachrichten über die jüdischen und phö- 
nicischen Bauten höchst gewichtige Gründe dagegen, 
und jede nähere Aehnlichkeit wird durch die Verschie- 
denheit des Materials ausgeschlossen. Bei den Aegyptern 
war alles auf Steinbau und Sculptur berechnet; Säulen 
und Steinballaen, reiche aber nur farbige, nicht goldem- 
Hirt, 
Gesvlmichle- 
rlvr Bank: 
120.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.