Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-837581
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Juden. 
befördern und den Dampf des täglichen Rauchopfers ab- 
zuleiten, als zur Beleuchtung. Das Allerheiligste war 
durch eine Cedernwand von dem vordern Tempelhause 
getrennt, eine Flügelthüre von wildem Oelbaum diente 
zum Durchgange, kostbare Teppiche und goldene Ketten 
oder Gitter sollten den Eingang noch mehr verwahren 
und schmücken. Innerhalb dieses höchsten Heiligthums, 
das Niemand als der Hohepriester und selbst dieser nur 
ein Mal jährlich am Versöhnungsfeste betreten durfte, 
stand die mosaische Bundeslade von Akazienholz, dritte- 
halb Ellen lang, anderthalb Ellen breit und eben so hoch, 
von innen und aussen übergoldet, mit einem Deckel von 
massivem Golde. Neben ihr als Wächter zwei kolossale 
Cherubim, von wildem Oelbaum geschnitzt, und, wie alle 
Umgebungen, mit Gold überzogen, zehn Ellen hoch, jeder 
mit zwei, fünf Ellen langen ausgebreiteten Flügeln, so 
gestellt, dass die äussern Flügel die Ecken der Hinter- 
wand berührten, die innern in der Mitte derselben zu- 
sammenstiessen. So haben wir von dem Innern des Tem- 
pelhauses mit seinen glänzenden Räumen verschiedener 
Grösse eine ziemlich deutliche Vorstellung. 
Bei Weitem zweifelhafter ist die äussere Gestalt. 
Die Nachrichten sind hier viel dürftiger und es fehlt an 
allen Vorbildern, nach welchen wir das Mangelhafte er- 
ganzen könnten. Die ältern Restauratoren des Salomoni- 
scheu Baues haben sich meistens an griechische oder 
eigentlich griechisch-römische Architektur angeschlossen, 
was nur bei der damaligen völligen Unbekanntschaft mit 
der frühem Architektur möglich war. Die Neuem folgen 
dagegen mehr dem ägyptischen Style, was indessen eben 
so unrichtig sein möchte, aus Gründen, die wir später 
berühren werden. Man geht nur dann sicher, wenn man
        

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