Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-837540
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Juden. 
liebende Herodes der Grosse mit Abbreehuilg dieses zwei- 
ten Tempels (im J. 20 v. Chr.) ein ganz neues pracht- 
volleres Gebäude, das aber kaum achtzig Jahre stand, 
und bei der grossen Zerstörung Jerusalems durch Titus 
(73 n. Chr.) verbrannt und für immer vernichtet wurde. 
Der Bau des Herodes schloss sich nur in der Beibehal- 
tung der durch den Cultus bedingten Abtheilungen an 
die Gestalt des ersten von Salomon gegründeten Tempels 
an, während er überall grössere Dimensionen und andere 
nämlich griechische Formen hatte. 
Der Tempel des Sernbabel dagegen, über welchen 
wir keinen genauem Bericht besitzen, war ohne Zweifel 
eine möglichst getreue, nur durch die geringem Mittel 
der Erbauer beschränkte weniger prachtvolle Nachahmung 
desSalomonischen. Bei den Versuchen, das Bild dieses 
ältesten Tempels aus den auf uns gekommenen Beschrei- 
bungen herzustellen, muss man sich daher vor der Ver- 
weclxselung mit dem spätem Herodianischen Gebäude 
hüten. Aber auch ausserdem werden manche Ueberlie- 
ferungen dädurch unsicher, dass die Sehnsucht der Juden 
während der Gefangenschaft nach der Herstellung ihres 
Nationalheiligthunls es nothwendig grösser und pracht- 
voller erscheinen liess und dass sich die SylllbOlisifßllde 
Phantasie der Propheten hinein mischte. 
Nur den ältesten Beschreibungen, welche uns zu- 
nächst im ersten Buche der Könige, dann auch, wie 
wohl schon nicht ohne vergrössernde Zusätze, im zweiten 
der Chronik, aufbehalten sind, dürfen wir folgen, die 
Vision des Propheten Ezechiel kann nur in einzelnen 
Punkten, wo sie sich sichtbar an Eigenthümlichkeiten des 
alten Baues anschliesst, als Erklärung benutzt werden, 
und die Nachrichten des jüdischen Geschichtschreibers
        

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