Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-837440
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Perser. 
das aufrecht gegen ihn steht, mit der linken Hand es am 
Horn haltend, mit der Rechten den Dolch in die Brust 
stösst. Eines dieser Thiere ist der Greif, vierfüssig mit 
Löwenklauen aber mit dem Adlerkopf lllld mit Flügeln. 
Ein anderes hat den Wolfsrachen mit befiedertem und 
geflügeltem Vogelleibe und dem Hintertheile des Löwen 
mit nacktem Knochensehweiß Das dritte ist der gemähnte 
Löwe selbst und von dem vierten fehlt uns noch eine 
Abbildung. 
Alle diese Sculpturen sind im Relief, 
nicht, dass die Perser freistehende Statuen 
Auf Schönheit im höhern Sinne des WVortes 
es scheint 
anwandten. 
können sie 
nicht Anspruch machen, aber sie sind sorgsam, geschickt 
und verständig' gearbeitet. Die Kenntniss des Körpers ist 
noch so mangelhaft, dass alle Füsse im Profil genommen, 
während Kopf und Körper nach dem Beschauer zu oder 
gar rückwärts gewendet sind. Uebrigens aber ist die 
Natur möglichst genau nachgeahmt. Die verschiedenen 
Völkersehaften sind wohl zu erkennen, die aufgeworfene 
Lippe des Negers ist deutlich sichtbar und sein Wollhaay 
ist sorfältigst ausgearbeitet. Auf Stoffe und Kleidung ist 
Fleiss verwendet , der Faltenwurf reichlich und nicht 
unverständig, an den WVagenrädern des einen Reliefs 
zählt man die Nägel. Bart und Haar sind vollständig 
behandelt. Die Haltung ist immer ruhig, nirgends eine 
heftige Bewegung, nicht einmal da, wo der König die 
fabelhaften Thiere tödtet, allenfalls zeichnet sich der 
Kampf zwischen dem Löwen und Einhorn durch Leben- 
digkeit aus. Wenn auch wie gesagt, ein Streben nach 
Schönheit nicht wahrzunehmen ist, so macht das Ganze 
doch einen wohlthätigen Eindruck. Es ist der Ernst und 
die Würde des öffentlichen Lebens, des monarehischen
        

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