Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-837397
Sculptur. 
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Medien giebt, lässt auf eine terrassenförmig-e Anlage 
schliessen, und auch hier sind ähnliche Felsplateaus und 
Fragmente von Säulen gleichen Styls gefunden m). 
Wir dürfen daher die feste Ausbildung eines eigen- 
thümlichen architektonischen Styls bei den Persern nicht 
bezweifeln. Eben so eigenthümlich sind auch die Bild- 
werke, welche sich in Persepolis und in den Ruinen 
von Bisutun vorfinden. 
In 'l'schil-minar sind alle WVände mit in jeder Be- 
ziehung höchst merkwürdigen Reliefs bedeckt. Ich erwähne 
zuerst der Darstellung auf den Grabmälern, weil sie uns 
am Leichtesten in persische Denkweise einführt. WVir 
sehen nämlich auf einem Gerüste einen Altar mit dem 
heiligen Feuer und vor demselben in ehrerbietiger Ferne, 
aber auf einem durch mehrere Stufen erhöhten Ehrenplatze 
eine stehende Gestalt, im langen 'l'alar, mit spitzem Bart 
und dickem Haupthaar, das unter der flachen Tiara hervor 
tritt; die eine Hand auf den Bogen gestützt, die andere 
etwas erhoben. WVir können nicht zweifeln, dass es der 
König als frommer Verehrer des heiligen Feuers ist. 
Ueber ihm schwebt eine ähnliche, bedeutend kleinere 
Gestalt, eigentlich nur ein Oberleib, indem die Beine 
durch ein verhältnissinässig zu kurzes Gewand bedeckt 
sind, wahrscheinlich der Ferner des Königs, sein Genius 
oder Llrbild, wie nach persischer Lehre jedes Wesen 
einen solchen besitzt; wir würden etwa sagen die Seele, 
aber ohne dass dabei an eine Trennung von dem Leibe 
zu denken ist. Das Gerüst, auf dem diese Opferscene 
 Bitter IX. 98. Indessen unterschied sich das Schloss zu 
Ekbatzula von dem zu Persepolis dadurch, dass es ganz vonlCedern 
und Cypressenholz geballt und mit goldenen und silbernen Platten 
belegt war. Polyb. X. c. 24. S. 27.
        

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