Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-837316
Architektur. 
217 
sprechen besonders die merkwürdigen bildlichen Aus- 
schmückungen, die wir unten ausführlicher zu betrachten 
haben, ohne dass man deshalb anzunehmen braucht, dass 
es eine bleibende königliche Residenz War, was aller- 
dings nach der Gestalt der Gebäude nicht wahrscheinlich 
ist. Dies stimmt sehr wohl mit dem überein, was wir 
von der Königsburg Persepolis wissen. Die Könige von 
Persien hatten aus dem früheren Nomadenleben ihres 
Volkes 
auch 
in 
Zeit 
der 
ihrer 
höchsten 
Macht 
die 
Sitte 
beibehalten, den Wohnsitz nach den Jahreszeiten zu 
wechseln. In der kältern Zeit residirten sie in Babylon, 
im Frühling und Sommer zogen sie das kältere Klima 
von Susa und Ekbatana vor. Finanzielle und politische 
Rücksichteil mögen dabei mitwirkend gewesen sein. Ne- 
ben diesen drei Residenzen wird aber Persepolis nicht 
genannt, und es scheint daher bleibender Aufenthalt des 
Hofes nicht gewesen zu sein. Dennoch muss es aber 
eine ofücielle Wichtigkeit für das persische Reich gehabt 
haben, welche der Brandfackel Alexanders eine symbo- 
lische Bedeutung gab. Es ist daher höchst wahrscheinlich, 
dass es ein Reichspallast, die Grabstätte der königlichen 
Vorfahren , und der Schauplatz gewisser öffentlicher 
Handlungen des Monarchen, der Opfer und Annahme der 
Geschenke oder Tribute der Provinzen war, den der Hof 
jährlich besuchte, aber ohne sich in dieser Grabesnähe 
länger als zu den Feierlichkeiten nöthig aufzuhalten. Für 
eine solche Bestimmung war aber das Gebäude von 
Tschil-minar vollkommen geeignet; mit der Rückwand 
der Grabfelsen, mit seinen majestätischen Treppen und 
Terrassen , ein würdiges Theater für das pomphafte 
Ceremoniell, leicht übersichtlich für den Monarchen auf 
seiner Höhe, und den Augen des Volkes in der Ebene
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.