Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-837173
Bildwerke. 
203 
üppigvollen, schwellenden Gliedern und bildlichen Ver- 
zierungen, hier das gradlinige Element vorherrschend, 
ohne Säulen und Steinarbeit, flache, nur farbig verzierte 
Mauern. Das Gemeinsame ist das Vorherrschen sinnlicher 
Grösse, aber dort ist die Sinnlichkeit phantastisch Wild, 
hier verständig, von Zwecken abhängig, egoistisch. 
Denselben Gegensatz können wir , soviel wir von 
beiden Völkern wissen, auch in ihren politischen Verhält- 
nissen linden. Bei den Hindus sehen wir niemals ein 
Reich von ungewöhnlicher Ausdehnung, niemals eine 
unumschränkte Despotie entstehen; die Castenverhält- 
nisse bringen stets eine mildernde Hemmung der Gewalt, 
eine Mannigfaltigkeit der Verfassungen und Territorien 
hervor. Im assyrisch-babylonischen Reiche war selbst die 
Priestercaste, wenn auch durch 'l'raum- und Zeichen- 
Deutung einflussrcich, dennoch nicht mächtig genug, um 
dem König Schranken zu setzen. Nebucadnezar befiehlt, 
zufolge des Buchs Daniel, alle Weisen in Babel umzu- 
bringen. Ueberhaupt sehen wir, nach den jüdischen Bew- 
richten, im assyrischen Reiche eine eben solche Despotie, 
wie wir sie später in diesen Gegenden keimen; derselbe 
VVechsel herrschender Geschlechter, dieselbe Hierarchie 
der Gewaltherrschaft in den Satrapien, dieselbe Neigung 
zu Hofkabalen und Intriguen. In jeder Beziehung also in 
Indien aristokratische Gliederungen und Einzelheiten, 
hier kolossale Massenverhältnisse. 
Ueber die Bildwerke der Babylonier wissen wir 
wenig zu sagen. Freistehende Bildsäulen von Gold und 
Erz werden von Herodot und Diodor erwähnt. Die bilde 
reichen Darstellungen auf den Mauern (wie schon erwähnt 
die Jagd des Ninus und der Semiramis auf den Mauern 
der läönigsburg mit kolossalen, vier Ellen hohen Figuren)
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.