Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-837164
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Babylonier. 
Gestalt ebenfalls zeigt, dass man durch das Kolossale 
imponiren wcllte. Wir lesen, dass die Mauern und sogar 
die Thürme mit Bildwerk geschmückt waren. Namentlich 
sah man an denen der königlichen Burg eine Jagd dar- 
gestellt, mit Thieren, in der Grösse von mehr als vier 
Ellen, dabei Semiramis zu Pferde, und Ninus, der einen 
Löwen niederstiess. Man kann auch aus dieser Art des 
Schmuckes entnehmen, dass das Mauerwerk weniger mit 
architektonischen Gliedern geziert gewesen. In andern 
Fällen scheint eine farbige Glasur der Ziegel die Mauern 
geschmückt zu haben. Bemerkenswerth ist die Bestim- 
mung eines Theils dieser Gebäude. Wasseranlagen, ge- 
waltige Schutzmauern, Palläste von ungeheurem Umfange, 
endlich der Prachtbau der hängenden Gärten für den 
blossen Genuss, aus zärtlicher Rücksicht auf den heimi- 
schen Geschmack einer Frau, in spielender Nachahmung 
einer andern Natur; überall Zwecke und Bestrebungen 
weltlicher Art, Bauten, nicht der Devotion, sondern des 
Nutzens oder der Armehmlichkeit. Selbst der Tempel des 
Belus (der übrigens vielleicht auch das Grabmonument 
eines Königs war) hatte nicht umsonst die thurmartige 
Höhe, er diente zu astronomischen Betrachtungen, mithin 
zu einem zwar religiösen, ohne Zweifel aber auch den 
weltlichen Absichten der Priesterschaft und des Landes 
förderlichen Zwecke. 
Vergleichen wir hier noch die Architektur dieses 
Volkes mit der der Hindus, so erscheinen beide in vielen 
Beziehungen schroff entgegen gesetzt. Dort der Felsen 
selbst zum Tempel, seine natürliche Form zur Kunstge- 
stalt mngebildet, hier schon der Boden der Natur abge- 
wonnen, das Baumaterial völlig künstlich, eine durchaus 
regelrechte Form bedingcnd; dort. ein Uebermaass von
        

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