Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-837125
198 
Babylbnier. 
arabischen Kalifen entstand dann Bagdad, fast nicht min- 
der mährchenhaft berühmt, wie einst Babylon; endlich 
Ormus und Balsora. Manche dieser Städte sind ebenfalls 
jetzt schon verödet, Babylon selbst aber ist völlig zur 
Wüste geworden, zur Einöde von gewaltigen Trümmer- 
hügeln, in welcher nur unternehmende europäische Rei- 
sende i") mit Gefahr durchdringen. Buchstäblich sind die 
Worte des Propheten eingetroßen, die er der feindlichen 
Babel zuruft: „Sie bleibt unbewolmt von Geschlecht zu 
„Gescl1lecht, nicht zeltet daselbst ein Araber und Hirten 
Ülagern sich nicht daselbst. Es lagern sich dort die Step- 
„penthiere und Uhus füllen ihre Häuser; in den Pallästen 
„heulen Wölfe und Schakals in den Häusern des WVohl- 
"lebens" M). Die Grösse der Stadt lässt sich auch in den 
Trümmern durch die Ausdehnung, die Bedeutung ihrer 
Palläste durch die Höhe der Hügel erkennen, die aus 
dem Schuttwerk von alten Bausteinen bestehen, welche 
nach Ker-Porteris Beschreibung und Ausdruck, wie durch 
ein Feuer vom Himmel, wie durch Blitze verglast sind. 
Vor Allem zeichnet sich der Hügel aus, den die Araber 
Birs Nimrod, Nirnrodsburg, nennen, der über dreitausend 
Fuss im Umfange und zweihundert Fuss Höhe hat. Ge- 
waltige Mauerstücke, durch einen felsenfest verhärteten 
Kitt verbunden, sind hier in grauenhafter Verwirrung 
durcheinander geworfen, eine thurmartige Ruine ist auf 
dem Gipfel noch aufrecht stehen geblieben. Der Anblick 
des ungeheuren Schutthaufens ist noch jetzt erhaben; 
um seinen Gipfel treiben die Wolken ihr Spiel, in seinen 
Höhlen hausen Löwen, die, wie ein Reisender erzählt, 
4') Der Brittische 
Ker Porter 1818. 
Resident 
ßich 
im 
1811 
besonders 
aber 
J es. 
XIII. 20.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.