Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-837119
Geschichtliches. 
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Wundern der Welt rechnen. Die mächtigen Mauern der 
Stadt, eine Burg von ungeheurem Umfange, gewaltige 
Wasserbehälter und endlich der grosse Tempel des Belus, 
des assyrischen Zeus, werden ihr zugeschrieben. Zu 
diesen Werken kamen noch die hängenden Gärten, wel- 
che ein späterer König seiner persischen Gemahlin zu 
Liebe errichten liess, um die Berge ihrer Heirnath in der 
Ebene nachzuahmen. Vielleicht war dieser König jener 
Nebucadnezar, von dem wir mit mehr historischer Zu- 
verlässigkeit wissen, dass er, an der Spitze des Volkes 
der Chaldäer, Babylon beherrschte und verschönerte, und 
weithin die Völker unterwarf. Die Königin Nitocris, von 
der Herodot erzählt, war wahrscheinlich seine Gemahlin, 
und Manches was diesem Königspaare angehört, mag 
auf jene Semiramis mit fabelhafter Ausschmückung über- 
tragen sein. Jedenfalls ist aber das Dasein grossartiger 
Monumente in Babylon durch den Augenzeugen Herodot 
und durch die spätem Berichte über den Eroberungszug 
Alexanders völlig ausser Zweifel gesetzt. Von allem 
diesem Reichthume ist indessen nichts erhalten. Wie 
Babel riesenhaft angewachsen war , so entstanden auf 
demselben Boden bald andere Städte, die in ähnlicher 
Weise sich ausdehnten und der ältern Schwester Bedeu- 
tung und Ansehen entzegen. Unter den Nachfolgern des 
Cyrus blieb Babylon zwar noch Hauptstadt, aber es 
theilte diesen Vorzug mit mehreren andern bedeutenden 
Städten, in denen die Perserkönige nach ihrer Sitte zu 
verschiedenen Jahreszeiten wechselnd residirten. Unter 
den Nachfolgern Alexanders hob sich auch das neu ge- 
gründete Seleueia auf Kosten von Babel, und schon 
unter den Römern wird die weitberühmte Stadt als ver- 
fallen und fast als eine Einöde geschildert. Durch die
        

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