Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-837096
Geschichtliches. 
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Reichthums lind der Macht, aber auch der Ueppigkeit und 
des Uebermuthes hervor tritt. Der Vorzug dieser Gegend 
lag auch hier in der cigenthümlichen Natur, Welche , 
indem sie den Menschen zum Kampfe und zur Vorsicht 
nöthigte, ihn auf die Vortheile der (Zivilisation hinlenkte. 
Der Euphrat ist jährlichen Anschwellungen unterworfen, 
durch welche er das Land umher überschwemmt und 
dann befruchtet verlässt. Darin lag die Anleitung zu künst- 
lichen Anlagen, Kanälen und Wasserbehältern, vermöge 
welcher man sich der Vortheile des Wassers erfreuen 
konnte, ohne durch die Verwüstungen zu leiden. Ein 
künstliches Bewässerungssystem, Erzeugung seltener und 
geschätzter Producte auf dem befruchteten Boden, Schif- 
fahrt und Handel Waren eines die Folge des andern. Die 
Nähe des Persischen Meerbusens und durch ihn die Ver- 
bindung mit den indischen und arabischen Küstenländern 
gewährten dem Handel Ausdehnung, und wurden reichere 
Quellen des Erwerbes. Jenseits dieses Culturlandes nach 
dem Mittelmeere zu liegt die grosse Wüste, nördlich 
davon in Mesopotamien selbst sind trockene Steppen 
durchzogen von armen und räuberischen Nomaden, noch 
höher hinauf Gebirge mit kräftigen Hirtenvölkern. Daher 
bildete sich in der Nähe jener bevorzugten Gegend kein 
zweites Handelsemporium, das den Gewinn theilte, und 
es kam nur darauf an, die erworbenen Schätze und die 
anwachsende Bevölkerung gegen die räuberischen Ueber- 
fälle der nördlichen Barbaren zu sichern. Aehnlich wie 
in China geschah es auch hier durch eine kolossale Mauer, 
welche vom Euphrat zum Tigris quer durchlaufend die 
Wüste Steppe von dem bewohnten und fruchtbaren Lande- 
trennte. In dieser gesicherten Gegend entstanden früh- 
zeitig grosse Städte, der Sitz einer durch Eroberung weit 
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