Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-837085
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Babylonier. 
sich nicht zu einer eigenthiinllichen und bedeutenden 
Form. WVir werden daher hier weniger in das Einzelne 
dringen, sondern schnellem Schrittes über weite Länder 
fortwandern, durch die lieblichen Hirtenthäler der Meder 
und Perser, über die von Kanälen durchschnittene Fläche 
zwischen dem Tigris und Euphrat, auf den Karavanen- 
strassen der Wüste, bis an die Küste von Syrien zu den 
Handel treibenden Phöniciern. Auf den Trümmern jener 
mächtigen Stadt, WO nach der heiligen Sage die Nim- 
rodssöhne ihren himmelhohen Thurm begannen, Wo die 
Griechen die Bauten des Ninus und der Semiramis als 
Weltwunder anstaunten, bei den Gräbern der gefürchteten 
Perserkönige, an der Stätte des Salomoilischen Tempels 
werden wir kurze Zeit verweilen, allein das bedeutendste 
Ergebniss der Geschichte dieser Völker wird für uns die 
Betrachtung sein, mit welchen ihrer Eigenthümliehkeiten 
es zusammenhing, dass die bildenden Künste bei ihnen 
nicht feste Wurzel fassten, Welche Gaben und Vorzüge 
sie für diesen Mangel entschädigten. 
Auf den Gebirgen Arnneniens entspringend fliessen 
zwei grosse Ströme, der Euphrat und 'l'igris , beide 
von Norden nach Süden dem persischen Meerbusen zu. 
Das Land zwischen ihnen, von den Griechen Meso- 
potamien d. i. Mittel-Stromland, genannt, ist Anfangs, 
bei grösserer Entfernung beider Ströme gebirgig wech- 
selnd oder eine Wüste Steppenebene. Weiter südlich 
nähert sich der Lauf beider Ströme, und dieser flache 
untere Theil bildet das Land Babylon oder Chaldäa, 
das schon in der frühesten Geschichte als der Sitz des
        

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