Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-837043
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Indien. 
Es fehlt noch jene Trennung der Elemente, aus welcher 
die einzelnen Künste hervorgehen können, noch jene 
höhere Trennung des Menschen von der Natur. Daher 
streift hier auch noch jede Kunst in das Gebiet der an- 
dern über. Die Architektur durch das freie zwecklose 
Spiel der Phantasie und durch symbolische Beziehungen 
in das Gebiet der Poesie, durch ihre vollen und weichen 
Formen, durch das Uebermaass des Reichen und Anmu- 
thigen in das Gebiet des Lebendigen, das nur der Plastik 
und Malerei zukommt; die Sculptur durch ihre sentimentale 
Weichheit in das Musikalische, durch ihre kolossale Grösse 
in das Architektonische und in das Poetisch-Symbolische 
zugleich. In materieller Uebuilg sind daher die Künste 
schon da, aber sie sind noch nicht von dem künstlerischen 
Geiste belebt, der ihnen allein ihre Würde verleiht. Die 
Geburtstunde der Kunst ist noch nicht gekommen, son- 
dern nur der ihr vorhergehende unruhige Traum, in wel- 
chem die Gestalten des Guten und Schönen aus dem 
Boden des Gefühles aufsteigen, aber sofort von der regel- 
losen Phantasie getrieben, sich in das Weite und Maass- 
lose ausdehnen und sich in wildem Taumel mit einander 
mischen.
        

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