Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-837029
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Indien. 
könnte, der Sinn für Charakteristik und strenge Zeich- 
nung. Wenn schon die Sculptur sich zum WVeichlielicn, 
so wie wir sahen, hinneigte, so konnte in der Malerei 
der Sinn für das Ernste und Erhabexie sich noch weni- 
ger geltend machen, und sie blieb nichts als ein zier- 
liches und buntes Spiel. 
Ueberblicken wir die künstlerischen Leistungen der 
lnder, so linden wir die reichste Anlage; tiefes Gefühl, 
fein Llnterseheidenden Verstand, andächtige Stimmung, 
Sehönheitssinn. In der Poesie befriedigen sie noch, we- 
nigstens mit gewissen Beschränkungen; wir können nicht 
verkennen, dass grosse Schönheiten darin sind. Schon 
hier aber wird eine Neigung zum Sclnvillstigeli und 
Weichlichen, ein Mangel gehaltener Kraft fühlbar, ohne 
welche die wahre Schönheit nicht besteht. Viel ungün- 
stiger wirkt nun diese Richtung auf die bildenden Künste. 
Wir sehen hier in viel stärkerem Grade das Uebergewicht 
des Weichlichen und Sinnlichen, in der Architektur, in 
der Iläilülng runder, sehwellender Formen und in dein 
phantastischen, willkührlicheil Wechsel; in der Plastik 
in der unvollkommenen Dllfßllbiltlllllg der festen Formen 
des Körpers, in dem Mangel an charakteristischen Zügen, 
an Muskelkraft und Bewegung. Daneben finden wir denn 
wieder ein Bestreben nach grandioser, ernster Vvlfkllllg; 
in der Baukunst jene mächtigen, schauerlichen Hallen, 
die kühne Anhäufung überraschender, grosser Formen, 
die Tempelfelsen in der Wildniss, die hochgethiirnlten 
Pyramiden und Kuppeln, in der Sculptur die külossalß 
Grösse, die symbolische Bildung übermenschlicher, viel
        

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