Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-836994
Malerei. 
185 
Die Malerei hat in Indien weder das Alter noch 
die Bedeutung der Plastik. In den Felsentempeln linden 
sich zwar häufig die plastischen Figuren mit einem Far- 
benüberzuge versehen, indessen lässt dies natürlich noch 
nicht auf eigentliche Malerei sehliessen. Nur in den Grot- 
ten von Ajayanti hat man neuerlich Freseomalerei auf 
dem Stueeoüberzuge der Wände gefunden, Scenen aus 
dem häuslichen Leben der Inder, sehr gut gezeichnet, 
die menschlichen Figuren zwei bis drei Fuss hoch und 
hellfleischroth gefärbt. Da wir indessen nur den Bericht 
des einzigen Besuchers m) dieser Grotten haben, so bedarf 
es noch näherer Forschungen, über diese interessante 
Entdeckung. In den dramatischen Werken der Ilindus 
finden wir mehrfache Erwähnungen von Bildern. Die Liebe 
eines Frauenzimmers wird dadurch entdeckt, dass sie 
das Miniaturbild ihres Geliebten gemalt hat  und der 
traurende Dusehmanta in der Sakontala lässt zu seinem 
'l'r0stc 
ein 
Gemälde, 
auf welchcnl 
sie 
vorkommt , 
anfer- 
tigen. Bei dieser Gelegenheit scheint es, dass man ziemv 
lieh bedeutende Ansprüche auf Landschaftsmalerei machte. 
Dusclnnanta ist männlich durch das Bild nicht völlig be- 
friedigt. In dieser Landschaft, sagt er, wünsche ich den 
Malinistrom abgebildet zu sehen, mit den verliebten Fla- 
mingos an seinem grünen Gestade. Weiter zurück müssen 
einige Hügel ohnweit des Gebirges l-Iimalaya erscheinen, 
mit Heerden von Chamaraziegen umgeben. Im Vorder- 
grunde ein dunkler Baum mit weit umhergebreiteten 
Aesten, an denen einige Mäntel von gewebter Rinde im 
Sonnenschein hängen und trocknen. Ein paar schwarze- 
ü) Lieut. Alexander. s. Ritter. V. 685. 
H") Wilson Theater der Hilldlß. Th. I. S_ (52, 
Th. II. S. 202. 
153. 
Bohlen
        

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