Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-836982
l 8-1 
Indien. 
tcristische 
und Individuelle haben. 
Hätte dieser" Sinn nicht 
gefehlt, so hätten 
verschmäht. 
auch die 
obern Casten 
die 
Kunst nicht 
Vergleicht man die indische Plastik, wie man es 
oft gethan, mit der griechischen, so ist eine Verwandt- 
schaft nur in den allgemeinen und unbestimmten Grund- 
zügen, nur in dem, was die erste Anlage des plastischen 
Sinnes ausmacht, vorhanden, in dem Gefühl für Eben- 
maass und Verhältniss, und auch da nur so weit es sich 
auf das Anmuthige, Sinnliche, Weichliche, nicht aber 
auf das Kräftige, Ernste und Bestimmte bezieht. Mit 
etwas grösserm Rechte kann man die indischen Bildwerke 
mit den ägyptischen vergleichen, indessen ist auch diese 
Aehnlichkeit nur sehr bedingt anzuerkennen. Bei beiden 
ist dieselbe Unvcränderlichkeit, derselbe Mangel an freier 
Persönlichkeit," und der Schönheitssinn hält sich mehr in 
der Sphäre des allgemeinen Naturlebens. Allein überall 
wo die indischen Formen in das Weiche, Anmuthige, 
Völlige übergehen und ausschweifen, hält sich die ägyp- 
tische Kunst strenge, ernst und steif. Diese hat mehr 
Regel und Styl, jene mehr Mannigfaltigkeit und Natur. 
Man hat igrosses Gewicht darauf gelegt, dass indi- 
sche Soldaten im Dienste der Compagnie vor einem 
Isisbilde wie vor einem einheimischen Götzen, anbetend 
niedergefallen sind  Es will dies aber nicht viel sagen, 
da bekanntlich aller Bilderdienst nicht sehr kritisch, mit 
den rohesten Andeutungen zufrieden ist, und jene Hindus, 
welche ausser ihrem Cultus nur den bildlosen der Muha- 
nlcdaner und Britten kannten, durch ein einigermassen 
ähnliches Götterbild leicht getäuscht werden mussten. 
Ideen 
Heeren 
Abth. 
179.
        

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