Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-836958
Plastik. 
und Liebliche von-herrscht. Ueberdies nlacheln sich vey- 
sehiedene Künstlernaturell geltend, welche den herrschen. 
den Styl nach ihrer Eigenthümlichlaeit modifieirenl. Bei 
den Indern ist eine so wechselnde Entwickelung nicht 
vorhanden. Wenn man auch in den ältern Werken einen 
Fortschritt vom Rohern zum Bessern, und dagegen in 
den spätem, nach dem Einfalle der Muhamedauer ent- 
standenen, Spuren des Verfalls bemerkt hat i), so bezieht 
sich dies nur auf die Fertigkeit und Sorgfalt der Aus- 
führung-, nicht auf eine Verschiedenheit der Auffassung. 
Diese ist vielmehr von den ältesten Zeiten 11er bis auf 
die Gegenwart dieselbe geblieben. Den Grund dieser Er- 
scheinung hat man wohl in der Religiösität der Inder 
gesucht, welche sie- abgehalten habe, von der herge- 
brachten, aus den epischen Gedichten entnommenen Vor- 
stellungen der Götter abzuweichen, so dass diese Tra- 
dition einen äussern Zwang auf das bildende Vermögen 
ausgeübt habe M). Allein in der That ist rlicht einmal eine 
solche Gleichförmigkeit da, vielmehr ist es charakteristisch, 
dass die indische Phantasie wechselte; Siva z. B. wird bald 
(lreiäugig mit einem I-Iaupte, bald vier- oder gar fünf- 
köpiig dargestellt. Und eben so wenig war die Plastik 
an das poetische Bild gebunden, denn Indra heisst in den 
Gedichten der Tausendäugige und doch hat man niemals 
einen Versuch gemacht, dies im Bilde anzudeuten. VVäre 
aber der bildnerische Sinn wirklich thätig gewesen, so 
hätte er Raum genug gefunden, die charakteristischen 
Zuge mehr und in neuen Beziehungen ausznprägen, ohne 
der hergebrachten, religiösen und poetischen Auffassung 
irgend zu nahe zu treten. Denn die Charakteristik des 
Ritter 
S16. 
scheint 
So ungefähr 
Bohlen 
es anzusehen. 
II. 199.
        

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