Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-836933
Plastik. 
Körpers thierisch gebildet werden. Es ist einleuchtend, 
wie viel unschöner das erste ist. Die untergeordneten 
Theile dulden schon eher einen Uebergang in das Thier- 
Wesen, da ihre Functionen animalisch sind, während ein 
thierisches Haupt eines menschlichen oder übermensch- 
lichen Wesens unwürdig und den zarten Formen des 
menschlichen Leibes widersprechend ist. Vor alle aber 
contrastirt der Kopf des Elephanten, den die indische 
Gottheit Ganesa führt, durch sein Uebergewicht gegen 
die schlanke aufrechte Gestalt. 
Die indische Sitte fordert Bekleidung des ganzen 
Körpers, daher sind auch ihre Götter nicht nackt, son- 
dern in reicher Tracht, mit mehreren Schnüren von Perlen 
und Korallen, mit Ohrgehängen und auf dem Kopfe mit 
einer reich besetzten Tiara, oder mit Geschmeide ver- 
sehen. Nur Buddha wird stets als Vorbild der Gymno- 
Sophisten, der nackten Wüstenheiligen, unbekleidet dar- 
gestellt, mit krausem Haar und tonsurirtem Scheitel. 
Endlich erscheinen die Götter fast nie ohne bestimmte 
Attribute, Thier, Waffe, Blume oder Baum. Buddha sitzt 
stets unter einer Art von Baldachin, an Stelle des heiligen 
Feigenbaumes, unter welchem er in selige Beschauung 
versank. 
Von einer genügenden Ausbildung moralisch ver- 
schiedener Individualitäten, wie die Göttergestalten der 
griechischen Kunst, kann in der indischen Plastik nicht 
die Rede sein. Die Gestalten an sich haben höchstens die 
natürlichen 
Verschiedenheiten 
des 
Geschlechtes 
und 
des 
Alters, der geistige Charakter ist 
selbe. Kraft und Macht können in 
eigentlich überall der- 
der Gestalt nur durch 
die geistige" Hoheit der Gesichtszüge 
Ausdruck früher Uebu-ng und Tllätigkeit 
oder durch den 
des Körpers aus- 
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