Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-836839
Pagodexx. 
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eine weitere Wölbung erhebt. Meistens sind sie sehr 
hoch und schlank, ein Mitteldinrg zwischen Thurm und 
Kuppel; die niedrigen Kuppeln, welche jetzt häufig an 
den Pagoden vorkommen, sind nur eine spätere Nach- 
ahmung muhamedailischer Bauten. Sie sind mit geschweif- 
ten Spitzbogen, mit horizontalen oder senkrechten Linien 
(kürbisartig) verziert. Im Ganzen und im Einzelnen haben 
die Formen einen Weichlichen Charakter. 
Wir sehen also, dass in allen diesen Bauten, statt 
des Einfachen und Zweckmässigen, das Volle und Schwül- 
stige, statt des Gradlinigen und Rechtsvinkeligen üppige 
Fülle und pyramidalische Anhäufung vorherrschend ist  
Die Architektur hat sich noch nicht aus der Mannigfal- 
tigkeit und Verwirrung wechselnder N aturgestalten in 
das Reich der einfachen, klaren, bestimmten, gesetzlichen 
Form zurückgezogen, sie steht noch nicht auf ihrem 
eigenen Boden, sondern Wetteifert mit dem Luxus einer 
südlichen Natur, oder sucht die Schönheit durch schwer- 
fällige 
blassen 
oder 
durch 
symbolische 
Beziehungen 
Zll 
ersetzen. 
Man hat es versucht, an den Monumenten der indi- 
schen Architektur die Perioden ihrer Entwickelung, ja 
U Eine Ausnahme scheinen die Gebäude der den Buddhisten 
verwandten Jaina-Secte zu machen, an denen der Colonel Tod ihren 
ächt klassischen Styl, eine durch grosse Einfalt und Keuschheit von 
den Tempeln des Sivaeultus völlig abweichende Architektur rühmt. 
Es sind Dome mit drei umlaufenden Säulenhallen, in mehreren Stock- 
werken übereinander. Die Kunstnrtheile des Berichterstatters, wel- 
cher darauf die seltsame Hypothese gründet, dass hier griechische 
Künstler aus Seleukus Periode mitgewirkt hätten, und dann doch 
wieder Aelnllichkeit. mit gothisehen oder" angelsächsischen Bauten 
findet, tlössen nicht viel Vertrauen ein, und die Abweichung von den 
übrigen indischen Bauten dürfte jedenfalls nicht. grösser sein, wie 
die der buddhistischen Grotten von den übrigen. Namentlich ist die 
Kllppelfßrlll auch hier beibehalten. Ritter VI. S. S94.
        

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