Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-836810
Pagoden 
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und rothen Anputz entstellt. Die Idole, welche in diesen 
Hallen von den Pilgern verehrt werden, sind dunkelfar- 
big, mit Augen von leuchtenden Diamanten, und sollen 
von den scheusslichsten Formen sein. Das Vorbild des 
Tempels von Jagernaut ist in den Ruinen der alten Ka- 
pitale Rhavaneswara oder Hara Khetr wenige Stunden 
davon. Hier nimmt die Ummauerung des Haupttempcls 
einen quadratischen Raum von 600 Fuss auf jeder Seite 
ein. Das grosse Portal wird von zwei monströsen Greifen 
oder geflügelten Löwen, in sitzender Positur, gegen den 
Aufgang der Sonne gerichtet, bewacht. Das Hauptgebäude 
besteht aus einem 180 Fusshohen Thurm, auf vierseiti- 
ger Basis, weiter oben achtseitig, und zwar mit facetten- 
artiger Abstumpfung der acht Ecken. Diese sechszehn 
Seiten, mit Kannelirungen geschmückt, laufen nach oben 
zu in bogenartigei- Krümmung enger zusammen, und 
bilden dadurch eine Art von Kuppel, welche aber oben 
statt des Gewölbes durch einen Knauf oder Kranz ge- 
krönt ist, der als rundes Gesimse alle sechszehn Seiten 
mit ihren Kannelirungen, wie in einen Knoten, zusam 
men schliesst. Vor dem Eingange der Thurmpagode er- 
hebt sich ihre Vorhalle, aus welcher die Pilger bis zu 
dem Idol im Innern des Tempels durchblicken. Dann 
folgen Kolonnaden, Hofraum, Thürme, Kapellen der niedern 
Götter, alles mit reichen Vorsprüngen, Gesimsen, kolos- 
salen Thier- und Menschen-Gruppen, Dachknospen in 
Fruchtgestalt, Inscriptionen und Verzierungen bedeckt, 
dass das Auge sich in diesem Chaos von Ornamenten 
kaum zurecht zu finden vermag. 
Eine Menge ähnlicher Kuppelgebäiltle linden sich 
unter den weit zerstreuten 'l'rümmeri1 dieser alten Kapi- 
tale und in der Umgegend. Sie sollen sich einst auf 7000
        

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