Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-836803
"l 66 
Indische 
Architektur. 
Wirkung der ägyptischen Pyramiden. Die Pagode von 
'l'anjore hat nicht weniger als 17 solcher Absätze oder 
Etagen über einander. Die von Chillambrum hat bei glei- 
chem Reichthum ein mehr alterthümliehes Ansehen. Ihre 
Mauern umfassen ein Areal von wenigstens 1200 Fuss 
Länge und 900 Fuss Breite und darin mehrere Tempel 
von der Grösse unserer Kathedralen. Von den Verzie- 
rungen des Innern mag es eine Vorstellung geben, dass 
in einem dieser Tempel von den Kapitälen der vier Pfei- 
ler Kettenfestons von Granit herabhingen, jede Guirlande 
von 29 Ringen aus einem Felsstück von 60 Fuss gear- 
beitet f). Aehnlieh wie die Gegend von Tanjore ist i'm 
Norden des Dekan die Provinz Orissa reich an Heilig- 
thümern. Nach den sanskritisehen Schriften ist sie ein 
Lieblingsaufeilthalt der Götter, ihre glücklichen Bewohner 
sind der Aufnahme im Himmel gewiss, und auch der, 
welcher das Land als Pilgerbetritt, und sich in dessen 
Flüssen badet, darf die Vergebung seiner Sünden hoffen, 
und seien sie auch bergeshoch. Daher ist denn dieses 
Land ein Ziel der Wallfahrten. Vor allen andern ist die 
Pagode von J agernaut berühmt, als die grösseste, be- 
suohteste und reichste. Zwar ist sie nicht von hohem 
Alter, da sie erst gegen das Ende des zwölften Jahr- 
hunderts unserer Zeitrechnung vollendet war, indessen 
ist sie nach dem Muster der altern, zum Theil jetzt ver- 
lassenen und in Ruinen liegenden Tempel gebaut. Durch 
ihre Lage am Meere und durch ihre kolossale Felsenbasis 
ist die Pagode von Jagernaut imposant, aber die Aus- 
Führung ist roh und hat für das Auge nichts Angenehmes; 
in neuern Zeiten ist Sie überdies durch Restaurationen 
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neuerer Reisender 
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