Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-836724
158 
Indische 
Architektur. 
pel ist wieder flach, aber überall so zerstört, dass sich 
nicht genau angeben lässt, Welche Verzierung hier zur 
Krönung des Ganzen angebracht gewesen. Das ganze 
Gebäude ist gewöhnlich 50 bis 70 Fuss hoch. Ausgra- 
bungen, welche in mehreren dieser Thürme angestellt 
werden, haben ergeben, dass sie im Innern eine Reihe 
von kleinen gemauerten viereckigen Kammern enthalten, 
eine über der andern in senkrechter Richtung, so dass 
sie zusammen eine brunnenartige Vertiefung, einzeln 
aber mehrere Etagen bilden, die jedoch im Aeussern nicht. 
sichtbar sind. Im Innern jeder dieser Hallen fand sich 
irgend ein Erinnerungszeichen, gewöhnlich eine verschlos- 
sene Büchse von Metall, in welcher theils Münzen , Ringe, 
Edelsteine, theils auch eine zähe braune Flüssigkeit gefun- 
denwurde, die ohne Zweifel aus vermoderten vegetabilischen 
und animalischen Substanzen entstanden ist. DieseThürme 
werden im Volksdialect der Umgegend Tope genannt, 
Welches von dem Sanskrittivorte Stupa, d. i. Grabhügel 
oder Thurm, herzurühren scheint. Es ist kein Zweifel, 
dass auch dies wieder buddhistische Dagops sind, um 
somehr als sich aus den Nachrichten chinesischer Rei- 
senden und Geschichtschreiber ergiebt, dass in dieser 
Gegend vom 8. Jahrhundert v. Chr. bis zum 8. Jahrh. 
n. Chr. blühende buddhistische Königreiche existirten m). 
Indessen sind die in den eröffneten Knppelgebäuden ge- 
fundenen Münzen theils römische aus dem Ende der_ 
Republik, theils spätere Sassaniden Münzen, mithin aus 
der Zeit von etwa 100 Jahre vor bis zum 6. Jahrhundert 
nach 
Chr. 
herrührend. 
Das 
Alter 
dieser 
Monumente 
ist 
daher 
nach 
indischem 
keinesweges 
Maassstabe 
sehr 
deutend. 
296. 
VII. 
Ritter
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.