Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-836706
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Indische 
Architäktur. 
macht sich der Geist im grossartigen Streben und in 
symbolischer Tiefe geltend; er ringt mit jener Naturge- 
Ivalt, und dieser Kampf selbst ist erhaben und eine 
ernste Vorbereitung auf die heitere Harmonie künftigen 
Friedens. 
Die buddhistischen Dagops. 
Als Uebergangsformen von den Felsentempeln zu 
freien Bauten können wir in mancher Beziehung gewisse 
den Buddhisten eigenthümliche, den ägyptischen Pyramiv 
den zu vergleichende Bauwerke nennen. Die Anhänger 
dieser Secte legen nämlich überall ein grosses Gewicht 
auf die Todtenfeier ihrer Verstorbenen. Sie bewahren 
daher auch Reliquien von Buddha selbst oder auch von 
heilig gehaltenen Priestern oder Königen, Asche, Haare, 
Zähne u. dgL, indem sie diese Gegenstände entweder 
mit Thon einkneten oder sonst verschliesseil und sodann 
in kleinem oder grössern pyramidalen oder kuppelförmi- 
gen Iliehältern beisetzen. Man nennt solche Behälter 
Dagops d. i. Körperverbergende. Oft scheint denn 
auch eine solche pyramidal-kuppelförmige Gestalt ohne 
weitem Inhalt als Heiligthum zu dienen; so iindet man 
in manchen buddhistischen Felsentempeln in dem hinter- 
sten und heiligsten Gemache einen Felspfeiler mit ges 
rundeter Kuppel. In manchen Gegenden werden nun aber 
auch gewaltige Monumente, als Dagops gefunden. Im 
eigentlichen Hindostan ist zwar bisher erst ein Denkmal 
dieser Art, bei Bhopal in Malwa, entdeckte). Dagegen 
sind sie in den meisten indischen Nebenländern häufig. 
In Ceylon giebt es eine grosse Zahl von kleinern und 
grössenl Gebäuden dieser Art, eines bis 160 Ellen hoch, 
i") Ritter Vll. S. 300.
        

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