Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-836564
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Indische 
Architektur. 
müthigen Abgeschlossenheit das Hergebrachte festhalten, 
eine Spur von einem solchen Grottenoultus, und jene 
älter-n Felsenbauten sind ihrer mythologischen Aus- 
schmüokung Ilach ihnen fremd. Bestimmte historische 
Nachrichten über diese Monumente haben Wir zwar nur 
aus verhältnissmässig neuer Zeit. Die meisten kommen 
uns erst seit der Zeit der Zerstörung und Entweihung 
dieser Tempel durch die Muhamerlarler zu. Namentlich 
schweigen die griechischen und römischen Reisenden, 
die freilich weder forschend waren noch auch, als Unreine, 
Zutritt zu jenen I-Iallen hatten. Die erste Kunde wird 
uns durch eine angebliche Gesandtschaft aus Indien, 
welche sich bei dem römischen Kaiser Ileliogabalus ein- 
fand , und von einem Babylonier Bardesanes als Dolmet- 
scher begleitet war, der Indien besucht hatte, und in 
seinem Berichte eine unverkennkare Beschreibung solcher 
Grottentempel giebt. Dies fällt erst in das dritte Jahr- 
hundert (218-222) n. Clm, mithin lange nach dem König 
Vicramaditya und nach der reifisten und letzten Blüthe 
der indischen Dichtkunst. Ohne Zweifel müssen daher 
Jahrhunderte zwischen dieser Erwähnung und der Ent- 
stehung derMonumente liegen, über welche die Geschichte 
schweigt. Auch schildern die Gesandten diese Grotten 
wie ein Werk der Natur, es war daher schon (lamals 
die Kunde von ihren Erbauern eine verschollene m).  
 Bitter. V. S. 490. Ein anderes historisches Datum gicbt 
das Zeilgniss des (durch Abel Bemusaüs Uebersetzung bekannt ge- 
wordenen) chinesischen Reisenden, Fa-"hian, welcher in den ersten 
Jahren des fünften Jahrhunderts den Dekan besuchte, und die Fel- 
sentempel, indem er sie pomphaft schildert, dem Gaya zuschreibt- 
Rvelcher der erste Nachfolger des Sakya muni war und neun Jahr- 
hunderte vor Christa lebte. VVenn auch diese Angabe unzuverlässig- 
ist, so folgt doch aus derselben. dass das Aller derselben: schon da-
        

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