Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-836475
G-rottentempel. 
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sein scheint. Der grösste Grottentempel ist 90 Fuss lang, 
38 Fuss breit, durch zwei Pfeilerreihen in drei Schiffe 
getheilt, mit einem Halbkreis am Ende, nicht unähnlich 
einer altchristlichen Basilika; er enthält das kolossale 
Bild des Buddha und gehört mithin einem andern Cultus 
an, wie die Grotte von Elephante. 
Viel bedeutender als diese Werke sind, wie man sie 
wohl genannt hat, die Wunder von Ellora. In der Nähe 
des Dorfes Ellora und der spätem muhamedanischen 
Stadt Daulat-abad, ündet sich eine Stelle, wo das Ge- 
birge sich in Form eines Halbkreises zieht, dessen 
äusserste Spitzen wohl eine englische Meile Weit von 
einander entfernt sind. Hier ist der harte, rothe Granit 
theils zu Grotten ausgehöhlt, die mehrere Stockwerke 
übereinander bilden, theils auch äusserlich bearbeitet, so 
dass der Fels, obgleich noch in einer festen Masse und 
in seinem natürlichen Zusammenhange mit dem Boden 
dennoch den Anschein eines selbstständigen Bauwerkes 
hat. Diese ungeheuren, weit ausgedehnten Räume stellen 
offenbar nicht den Tempel eines Gottes dar, sondern 
verschiedene Tempel vieler Götter, mit den nöthigen 
Räumen zur Wohnung der Priester und Einsiedler und 
zur Aufnahme eines ganzen Volkes von Pilgern. Ganze 
Gruppen von Höhlen zeigen sich dann wieder als ein 
zusammenhängendes Ganze," als der Tempel eines Gottes. 
Siva allein soll hier zwanzig Tempel haben. In mehreren 
Stockwerken über einander, von grossen Säulenreihen 
getragen, ziehen sich diese Grotten, mit Treppen, Gal- 
lerien, Vorhöfen, Brücken von Felsen über gleichfalls in 
Felsen gehauene Kanäle, wohl eine Stunde weit. Eine 
vollständige Beschreibung des wunderbaren Berges, der 
auch den Namen Deva-giri d. i. Götterberg führt, besitzen
        

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