Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-836432
Religion. 
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Bei diesen innern Widersprüchen sind denn auch die 
widersprechenden Urtheile über dieses Volk natürlich. 
Während die Einen, bei einer äusserlichen und verein- 
zelnden Auffassung von Lehren und Sitten, es völlig ver- 
werfen, wollen die begeisterten Freunde des alten Hindu- 
thums zwar das heutige Volk als tief gesunken aufgeben, 
die Vorzeit desselben aber als einen Zustand tieferer 
Einsicht und reinerer Sitte betrachtet wissen, wo die ur- 
anfängliche paradiesische Offenbarung Gottes noch weniger 
verkümmert und entstellt gewesen, als bei späteren Na- 
tionen. Keine beider Ansichten wird man unbedingt an- 
nehmen dürfen. Wenn auch die heutigen Hindus ihren 
uralten Vorfahren weit nachstellen, so ist doch weder in 
ihnen die bessere Seite jener völlig verschwunden, noch 
darf man diese so hoch stellen. Sie sind das Volk des 
ersten Aufschwunges, in erster Frische und äAnmuth, 
aber auch mit jugendlicher Zügellosigkeit und Verirrung, 
nur dass, wie in jeder grossen geschichtlichen Erschei- 
nung , das Positive und Fördernde den wesentlichen 
Körper bildet, während das Negative und Tadelnswerthe 
nur wie ein nothwendiger Schatten an jenem haftet. 
Wir haben nun zu sehen , wie sich der Geist des 
alten Indiens in den bildenden Künsten gestaltet.
        

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