Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-836360
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I_n die n. 
Die 
Lehre 
des 
Buddha 
erscheint 
als 
eine 
Reform 
des Brahmaismus, als ein Zurückführen auf einfachere 
Prineipien und eine Abschaffung von Missbräuchen. Sie 
gestattet zwar die Verehrung der Götter des I-Iindupan- 
theons, aber sie schärft ein, dass dieselben nur als Hei- 
lige, oder als vorübergehende Erscheinungen des Einen 
göttlichen Wesens anzusehen sind, welches in allen Din- 
gen lebt. Sie nimmt auch an, dass alle Menschen durch 
geistige Steigerung und Reinigung noch ferner sich in 
gleicher Weise erheben können, und stellt daher die 
Bilder ihrer späteren Lehrer oder Heiligen neben die der 
Götter. Mit einer solchen Lehre War denn auch das Be- 
stehen 
der Casten 
und besonders 
eines erblichen Priester- 
standes unvereinbar; jeder der sich durch Meditation, 
eheloses Leben, Enthaltung von irdischen und unreinen 
Dingen dazu vorbereitet, erlangt priesterliche Ehren und 
Rechte. Das blutige Opfer, die körperliche Verstümnlelung 
und Vernichtung hat bei den Anhängern dieser geistigem 
Lehre keinen Werth, aber wohl klösterliches Leben, 
Zurückgezogenheit des Geistes aus der bunten Mannig- 
faltigkeit des Daseins, einsames Nachsinnen über das 
göttliche Wesen. Der Unbestand der Dinge, die Ilinfäl- 
ligkeit des Lebens sind Lieblingsgegenstäilde der Be- 
trachtungf). Die Seele muss immer mehr von dem Be- 
stimmten und Begränzten sich ablösen, um endlich in 
den Zustand der Seligkeit zu gelangen, wo alle XVesen- 
heit aufhört, und der Geläuterte nun Freiheit und Glück 
geniesst. Das höchste Ziel ist das Sunya, die Leerheit, 
die aber zugleich wieder als die Fülle aller Realität, als 
das All, welches ebendeshalb ilichts Einzelnes, Begräuz 
1er 
VII. 
300, 
301: 
Bohlen 
315.
        

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