Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-836359
Religion. 
121 
übermenschlichcr 
Macht 
sind. 
S0 
ist 
also 
ein 
überreich 
besetzter Olymp vorhanden, der, wie es in polytheisti- 
sehen Religionen nicht anders sein kann, nicht völlig 
iIlJgOSClIlOSSOII ist, sondern nach Lokalansichten und dich- 
terischen Ausschmückungen wechselt. Es wird nach 
diesen Bemerkungen erklärbar sein, dass die Forscher 
der indischen Götterlehre, besonders ehe man sie einiger- 
massen vollständig übersah, die ahweichendsten Urtheile 
darüber fällen konnten. Denn die Grundlagen einer reinen 
monotheistischen Lehre sind ebensowohl darin vorhanden, 
als die eines weit ausgedehnten, bald sinnlichen bald 
(lichterisch gefassten polythcistischen Systems. Einige 
sahen also darin eine uralte der Wahrheit nahe kommende 
Lehre der Einheit Gottes, während andere einen Zusam- 
1nenhang' mit, vielleicht sogar eine Herleitung aus der 
griechischen Mythologie in den einzelnen Gestalten des 
indischen Pantheons wahrzunehmen glaubten. Ja man 
brachte sogar jene Dreiheit der Ilauptgottheiten mit der 
christlichen 'l'rinität in Verbindung. Bei näherer Keimtniss 
der indischen Litteratur sind nun zwar diese Hypothesen 
versclnvllnden, um so mehr ist aber die Unbestimmtheit, 
das Schwankende und Wechselnde der Vorstellungen 
bemerkbar geworden, welches als die wesentlichste Eigen- 
thümliehkeit der indischen Auffassungsweise betrachtet 
werden kann. Daher giebt es denn auch unter den Hindus 
selbst unzählige verschiedene Secten , philosophische 
sowohl als populäre, die aber grossentheils friedlich und 
ohne strenge Unterscheidung neben einander leben. Zwei 
Hauptsecten indessen stehen sich feindlich gegenüber, 
die Brahmanen und die Buddhisten, und dieser Ge- 
gensatz 
verdient 
auch 
hier 
nähere 
Betrachtung.
        

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