Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-836342
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Indien. 
der Durchdringer, dessen Symbol das WVasser ist, die 
erhaltende Kraft; in immer neuen Gestalten kommt er 
auf die Erde herab, und wird daher unter dem Namen 
verschiedener Gottheiten  besonders auch als Rama 
und Krischna angebetet. Diese beiden Götter stehen 
fast in einem Gegensatze, als böses und gutes Prin- 
cip; die Mythologie der Inder kennt sie zwar nur 
verbunden, aber je nachdem der eine oder der andere 
höher gestellt wird, gestalten sich Cultur und Moral veiv 
schieden. Der Sivadienst ist es besonders, der jenen 
schauerlichen Aberglauben der Selbstquälerei und Selbst- 
vernichtung herbeiführt, während der Cultus des Visehnu 
überall mildere Sinnesweise begünstigt. Gegenwärtig ist 
in lndien bei dem rohen Volke der Sivadienst vorherr- 
schend, die alten Dichtungen dagegen sind das Werk 
gebildeter Vischnuiten. Diese drei Hauptgötter, Brahma, 
Siva und Vischnu, werden auch wohl als eine Dreieinig- 
keit, in (lreiköpiiger Gestalt, vereint gedacht. An sie 
schliesst sich eine grosse Zahl unterer Götter an ,i von 
denen Indra, der Ilerrscher des Firmamentes, die bedeuß 
tendste Gestalt ist. Aber auch die heiligen Ströme sind 
hochverehrte Götter, die Leidenschaften und Tugenden 
sind personifieirt, und die Menschen können sich durch 
Weisheit, Frömmigkeit und beharrliche Duldung in dieses 
Pantheon aufschwingen. Sogar die Thiere haben ihre 
Repräsentanten unter den Himmlischen, der Affe Halm-- 
mann ist der Waffengenosse des Gottes Rama, die Könige 
der Löwen und der Adler sind von mythologischer Be- 
deutung, und andere 'l'hiere mindestens Symbole und 
göttlicher Verehrung theilhaftig. Endlich fehlt es denn 
auch nicht an Dämonen, Rakschaüs, welche zwar vor- 
hasst und von den Göttern bekämpft, aber dennoch von
        

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