Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-836264
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Indien. 
Einrichtung, dass nach tausendjähriger Unterjochung der 
Verfall ihres Volkes noch ynicht grösser geworden ist. 
Durch Vermischung oder Verunreinigung oder aus 
andern lokalen Gründen sind diese Hauptcasten in man- 
che, in verschiedenen Gegenden abweichende Unterab- 
theilungen zerfallen. In allen Theilen Indiens giebt es 
aber ausserdem Stämme, welche von den Casten ausge- 
schlossen und dennoch nicht bloss wie Fremde geduldet, 
sondern wie Feinde und Verworfene verabscheuet wer- 
den. Diese Puleah, Paria oder Chandalahi) , oder wie 
sie sonst in anderen Gegenden heissen, werden weit 
unter dem Thiere geachtet. Während die Affen als 
Waldgöttei- angebetet werden, und es ein todeswürdiges 
Verbrechen ist, einen derselben zu tödten, dürfen diese 
unglücklichen Menschen niemals innerhalb gemauerter 
Städte oder in der Nachbarschaft offener Flecken und 
Dorfschaften wohnen, sondern müssen stets in der Wild- 
niss umherziehen, wo sie sich in Gruben oder auf grossen 
Bäumen gegen den Angriff der wilden Thiere verbergen. 
Die Berührung mit ihnen verunreinigt alles; Wasser 
durch ihren Schatten gelaufen, muss erst durch Sonne, 
Mond und Wind gereinigt werden. Sie dürfen nicht die- 
selbe Luft athmen mit den andern Casten. Wenn sie 
dieselben in weiter Ferne auf der Landstrasse ziehen 
sehen, müssen sie laut heulen, um zu Warnen; unter- 
lassen sie dieses und treffen mit jenen zusammen, so 
werden sie ohne Weiteres, wie schädliche Thiere, ge- 
tödtet. Nur die unterste Caste tritt _in einigen Verkehr 
mit ihnen, aber ohne persönliche Berührung. Schreiend 
setzt. der Paria seine geflochtenen Körbe oder was er 
sonst zum Austausch anzubieten hat, an die Strasse, 
Ritfer 
Erdkunde. 
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